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Testo-Tagebuch

Samstag, 13. Januar 2007

erste Zwischenbilanz

Die erste Tube Testogel ist aufgebraucht und so sehe ich heute auf meine ersten fünf Wochen auf Testosteron zurück.

Die anfägnliche Hyperaktivität hat sich gelegt und ich kann nach dem Einschmieren am Abend wieder einschlafen. Meine Hitzewallungen haben sich gebessert, allerdings habe ich doch noch hin und wieder ganz leichte Schübe. Sonst hat sich körperlich rein gar nichts verhändert, was mich etwas verwundert, da ich durch den durch die Metabolierung entstehenden Östrogenspiegel mit einer Veränderung des Brustgewebes gerechnet habe.
Andererseits wurde die komplette Androgenresistenz jetzt eindeutig bestätigt, denn mir ist weder ein Bart noch ein Schwänzchen gewachsen, worüber ich doch froh bin (im Moment zumindes noch).

Psychisch hat sich auch nichts verändert. Meine extreme Weinerlichkeit in Konfliktsituationen, das morgentliche Aufwachen mit wirklich sehr schlechten Gedanken und das ständige Selbstniedermachen hat sich nicht gebessert. Mittlerweile verrsuche ich diesem Problem mit exzessivem autogenen Training mehrmals pro Tag entgegen zu wirken. Manchmals klappt es und manchmal auch nicht.

Insgesamt bin ich der Meinung, dass die Dosierung erhöht werden sollte. Meine gegenwärtige Dosierung beträgt ca 25 mg pro Tag, wobei über die Haut, soweit ich weiß, nur ein gewisser Prozentsatz aufgenommen werden kann, der die 30% nicht übersteigt. So genau weiß ich das selber leider nicht mehr.

Nächste Woche werde ich auf alle Fälle eine neue Tube in der Apotheke abholen und mich von meinem Arzt zur Ader lassen lassen . Ich bin schon sehr gespannt wie sich mein Hormonstatus verändert hat.

Letzthin habe ich im Internet über ein sognanntes "Testosteronstäbchen" gelesen, dass einem unter die Haut gepflanz wird und über ein halbes Jahr sehr konstant Testosteron abgibt. Das ist nicht nur sehr billig sondern auch sehr effektiv. Der Versuch würde mich wirklich reizen, mal schaun was mein Arzt dazu meint.

Mittwoch, 3. Januar 2007

heiße Nebenwirkungen

gibt's auf Testosteron ohne Ende.
Zum Beispiel meine Träume, die vor lauter Erotik und lodernden Flammen der Leidenschaft kaum noch zu ertragen sind. Wenn ich mich Abends ins Bett lege und die Augen schließe, schaltet sich kurz nach dem Einschlafen der Pronokanal in meinem Gehirn ein. Nicht, dass ich jetzt etwas gegen Erotik hätte, aber diese Träume sind Albträume! Ein Beispiel: Letzte Nacht hatte ich etwas mit einem Mann. Wir knutschten herum. Irgendwann machte ich aber eine schreckliche Entdeckung: Es war gar kein Mann sondern eine Transfrau. Ich, föllig aufgelöst, drehe durch und dieser eh schon schräge Traum (er spielte im Elternschlafzimmer) entwickelte sich zu einem Alptraum in dem mich Horden von schlecht behandelten Transfrauen mit langen Messern durch die Straßen jagten. (Mein etwas verklärtes Bild gegenüber transsexuellen Menschen holt mich unterbewusst wieder ein. Interlife hat ein Problem mit gespielter und aufgesetzter Weiblichkeit, weil Interlife sich dagegen immer zur Wehr setzten musste, weil aufgezwungen? Es tut mir leid ihr armen Transsexuellen, ihr könnt nix dafür, dass ich euch nicht mag. )

Danach hatte ich dann aber noch einen Luzidtraum, der war dafür umso intensiver, aber den hier jetzt zu verbreiten unterlasse ich lieber, sonst hab ich noch das Image eines Sexblogger auf und so weit will ich es jetzt beim besten Willen nicht kommen lassen. Obwohl...
(Nur so viel: Luzidträume sind besser als die Realität!)

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Popelgel

Dieses Testogel ist mir auch nach einer Woche immer noch sehr suspekt!
Beim Einschmieren ohne vorheriges Duschen bilden sich seltsame weiße Rückstände, die scheinbar auf einen Inhaltsstoff zurückzuführen sind. Diese weißen Rückstände sehen aber wirklich sehr eklig aus und erinnern mehr an weiße Rückstände, die sich kleine Kinder aus der Nase ziehen.
Beim Einschmieren mit vorherigem Durschen bilden sich keine weißen Rückstände, sondern das ganze Gel zieht schön brav ein.
Ein möglicher Rückschluss wäre, dass die Poren der Haut nach dem Duschen weiter geöffnet sind als zuvor und daher das Zeug besser aufgenommen werden kann.
Eine bessere Erklärung habe ich für dafür noch nicht gefunden.

Samstag, 9. Dezember 2006

Warten, warten, warten und warten

Es tut sich nix! Gar nix!
Ist vielleicht die Dosierung zu gering? Ist da vielleicht gar kein Testosteron drin?
Als ich mir vor einigen Wochen das Östrogel geschmiert habe, war ich nach drei Tagen ein Wrack! Ödeme unter den Armen, Kreischanfälle, körperliche Veränderungen und so weiter und so fort. Und jetzt? N.I.X.!
Das ist doch nicht normal, dass sich gar nichts tut. Vielleicht bin ich aber auch einfach viel zu ungeduldig und ich sollte noch eine Woche wie auf Nadeln harren und einschläfernden Nerventee trinken. Die Dosierung ist ja wirklich viel geringer als beim Östrogel und es dauert eben seine Zeit. Vielleicht sollte ich mich aber auch nackt im kalten, nassen Gras wälzen und danach auch noch den Rhein durchschwimmen? Ich glaube, dann würde sich schon etwas verändern (als Frau eintauchen und als Mann wieder auftauchen)! So muss es sich wohl anfühlen, wenn Kinder den 24sten kaum erwarten können.

Übrigens habe ich ganz unbemerkt angefangen mich wärmer anzuziehen. Heute Morgen habe ich mich gefragt, warum ich denn gestern Abend ein langes Shirt und eine lange Hose angezogen habe und dann noch drei Decken mit ins Bett nahm. Ich muss wohl unheimliche Angst vor dem Frieren haben. Kein Wunder, dass ich träumte die Sahara zu durchqueren.

Freitag, 8. Dezember 2006

Wischiwaschi

Die Wirkung lässt natürlich immer noch auf sich warten. Das wäre natürlich extrem, wenn ich jetzt schon Veränderungen wahrnehmen könnte.
In letzter Zeit häufen sich wieder seltsame Begebenheiten: Ich werde für einen Jungen gehalten.
Scheinbar wirke ich in letzter Zeit sehr androgyn und so wollten vor zwei Wochen zwei Mädchen im Zug wissen, wie ich denn hieße. Ich antwortete verdutzt mit der Gegenfrage, weshalb das den so wichtig sei. "Einfach so", meinte eines der beiden Mädchen und lächelte mich frech an. "Gibst du mri einfach so deine Kontonummer, bitte?", antwortete ich.
Da bemerkte sie wohl, wie unpassend diese Frage war. Hätte sie zugegeben, dass sie gerne gewusst hätte, ob ich männlich oder weiblich bin, hätte ich ja mit mir diskutieren lassen. So wandte ich mich von den zwei ab und die zogen peinlich berührt über meine unerwartete Reaktion von dannen. Das ganze beschäftigte mich dan die ganze Woche und lies mich nicht ruhen. Unterbewusst hatte diese Begegnung eine Tür in die Vergangenheit aufgestoßen und mir wurde bewusst, dass auch wenn ich heute gut damit zurecht komme, ich früher sehr darunter gelitten habe.

Heute hatte ich wieder ein ähnliches Erlebnis: Eine Kundin meines Vaters holte heute Morgen ein Packet ab. Ich saß gerade bei meinem zweiten Morgenkaffee und laß die Zeitung, als es plötzlich klingelte.
Sie telefonierte gerade mit meinem Vater als ich die Tür öffnete und sagte dann "Warte, ich geb das Handy rasch deinem Sohn". Ich leicht genervt und noch verschlafen "Ich bin die Tochter und nicht der Sohn!"
Der guten Frau war das so peinlich, dass sie die Hände vor ihr Gesicht warf und sich tausendfach entschuldigte.
Mit einem Lächeln im Gesicht meinte ich "Kein Problem, das passiert mir öfters!", aber ich glaube sie wäre am liebsten im Boden versunken.
Kein wunder, im Moment schaue ich scheinbar wieder mehr wie ein 15 jähriger Junge aus, als wie eine 23 Jahre alte (intersexuelle) Frau. Und rein medizinisch betrachtet stimmt das auch, Denn ich mein xy-chromosomaler Körper hatte nie eine Pupertät, sei es eine weibliche oder männliche und dementsprechen androgyn muss ich auch wirken. Die meisten merken wohl erst, dass ich kein 15 jähriger Kerl bin, wenn ich den Mund aufmache und mich wie ein erwachsener Mensch und nicht wie ein Jugendlicher ausdrücke. Was solls, androgyn zu sein hat auch was. Wer kann von sich denn schon sagen, dass er jeden Tag auf's neue Menschen so blamieren kann, dass sie sich wünschten, die Erde würde sie verschlucken?

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Der erste Tag als Pseudomann

Eine neue Rubrik und viele neue, uninteressante Geschichten, die kein Schwein interessieren werden, für mich aber von großer Bedeutung sind: Die Dokumentation meiner Erfahrungen mit Testosteron. Für mich ist das vor allem wichtig, da ich körperliche Veränderungen einschätzen muss und ein vorher - nachher Resultat zum Vergleichen brauche.

Nun gut, ich habe beschlossen unter die "gute Nacht - Schmierer" zu gehen, da ich aufgrund meiner morgentlichen sportlichen Betätigungen oft erst später Dusche und dann wäre das ja schade um's Gel, wenn das schon wieder abgewaschen wird. So habe ich mir also gestern Abend, vor dem zu Bett gehen die erste Ladung raufgeknallt und bin heute morgen wie so oft frisch und fröhlich durch den Wald gehüpft. (Das ist jetzt natürlich volkommen übertrieben, denn ich bin erkältet und meine schwachen Raucheskapaden waren ein herber Rückschlag für meine Kondition).

Ich muss ehrlich zu geben, dass ich mir im Moment schon noch ziemlich Sorgen mache bezüglich einer Virlisierung, denn so ganz glaube ich noch nicht, dass da nichts passieren kann. Bei 5 alpha Reuktasemangel ist es ja beispielsweise auch möglich, dass sich der Defekt bis zur Pupertät auflöst und alles wieder normal funktioniert.
Warum bei mir nicht auch? Ok, ich habe eine partielle Androgenresistenz, die sich aber aufgrund meines temperatursensetiven Androgenrezeptors wie eine komplette Androgenresitenz entwickelt hat. Das heißt also, dass mein Androgenrezeptor bei Körpertemperatur nicht arbeitet, sehr wohl aber, wenn meine Körpertemperatur Raumtemperatur betragen würde. In diesem Fall würde mein Androgenrezeptor wie der eines gewöhnlichen Mannes funktionieren.

Wer im Winter läuft weiß, dass nach dem Sport die Haut eiskalt ist. Und zwar nicht 20 Grad, sondern etwa 17 Grad. Natürlich ist das nur die Haut, die so stark abkühlt und diese niedrige Temperatur geht im Gewebe auch nicht tief hinein, trotzdem mache ich mich diesbezüglich sorgen. Leider kenne ich mich mit so endokrinologischen Sachen nicht sehr gut aus, aber nach meinem Verständnis ist jede Körperzelle für die Verarbeitung von Hormonen und Enzymen zuständig. Wer kann mir also dann versichern, dass keine Virilisierungserscheinungen auftreten werde? Im Moment ist die Vorstellung, dass so etwas passieren können mein schlimmster Alptraum. Es gab Zeiten, da wäre ich damit wirklich einverstanden gewesen, aber jetzt? Jetzt, wo ich beschlossen habe als Lehrer(in) zu arbeiten? Das wäre ein mehr als nur ungünstiger Zeitpunkt und auf einen Philips Philishave hab ich bei Gott auch keine Lust!

Ich hoffe mal das Beste und es wird schon nicht's schiefgehen.

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