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Schlachtplan

Donnerstag, 22. Dezember 2005

Schluss Aus Ende

Ich gebe auf.
Ab nächstem Jahr werde ich wieder Östrogene nehmen. Mein Kampfgeist ist jetzt völlig gebrochen. Nichts als leere Versprechungen und Lügen.
Ich bin schwer enttäuscht., aber so sind sie eben, die Mediziner. Verlogen, hinterfozig und ohne Ehrgefühl.

Interlife ist traurig, am Ende und scheißt verdammt noch mal auf diese beschissenen Weihnachten.

Donnerstag, 27. Oktober 2005

Hormonfront

Die kleinen Wunder geschehen meistens dann, wenn man sie am wenigsten erwartet und meint, dass man am Ende angekommen ist.

Ich bekomme sie! Noch kann ich es kaum fassen!

Ich bekomme eine Therapieempfehlung und Testosteron!!!!!!!!!!
JIHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA

JUCHU!

Mittwoch, 26. Oktober 2005

Hormonfront

Da ich ja keine Möglichkeit bekomme Testosteron zu nehmen habe ich beschlossen wieder meine Östrogene zu schlucken.
Ich habe keine Lust mehr ständig herum zu telefonieren und seitenweise Emails zu schreiben um dann doch immer wieder zu hören, dass man mir leider kein Testosteron verschreiben kann.
Nein, ich habe keine Lust mehr, es ist mir einfach zu dumm um etwas zu betteln was mir zusteht.
Darum werde ich jetzt wieder diese idiotischen Östrogene schlucken.
Schluß Aus Ende.

Samstag, 22. Oktober 2005

Hormonfront

Gestern Abend habe ich überraschend eine Email von einem Arzt bekommen, der nichts gegen eine Testosteron-Therapie einzuwenden hat. Nur will der nun wieder, dass ich mich in der Trans-Ambulanz (haha, ich finds ja auch zu komisch) in Wien vorstellen soll.
Nur habe ich das Problem, dass zwischen Vorarlberg und Wien 8 Stunden liegen und ich der Meinung bin, dass ein vorläufiges OK an meine Ärztin reichen sollte.

(Interlife in der Transabmulanz:
Transsexueller: Und wann hast du deine OP?
Interlife: Die hatte ich schon mit 11.
Transsexueller: BOA!)
hihi

Sonntag, 3. Juli 2005

Was wäre wenn?

Tag 180, die mörderische Psychologieprüfung rückt näher, doch ich sitzte lieber vor dem PC und bastle an meinem neuen Vektorgrafik Programm herum.

Heute Morgen ist mir eingefallen, was ich Frau Dr. dämlich S. hätte sagen müssen.
Ich hätte ihr klar machen müssen, dass ich mich nicht mehr untersuchen lassen will, weil ich beschlossen habe nur noch das zu tun, was mir auch wirklich gut tut.
Die traumatisierenden Erlebnisse aus meiner Kindheit, die mir die Ärzte zugefügt haben, in dem sie mich immer festhielten und zwischen meinen Beinchen rumstocherten sind für mich heute ganz klar als sexueller Übergriff zu verstehen. Wenn wundert es denn da noch, dass ich mich von keinem Arzt mehr anrühren lassen will?
Hätte Dr. S. das wohl verstanden? Wahrscheinlich nicht, sie ist Gynokologin und für sie ist es das normalste von der Welt. Wie kann da jemand von einer Untersuchung bleibende psychische Schäden erleiden? Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert gewesen. Vielleicht hätte ich ja dann meine Hormone bekommen.

Samstag, 2. Juli 2005

Tod einer Maus

Erst jetzt bin ich fähig über die heutigen Geschenisse Resume zu ziehen.
Alles in allem war es doch ein sehr positiver Tag. Ich habe meine Befunde in der Hand und eine Diagnose mit der ich jetzt etwas anfangen kann.
So verlief mein Tag:
Morgens um sechs krabbelte ich aus dem Bett und seltsamer Weise war mir weder mulmig noch übel zu Mute.
Sogar ein ordentliches Frühstück ging wie Butter hinunter. Interlifes Kampfgeister waren zum Leben erwacht und ich wusste, dass viele meiner Freunde heute in Gedanken bei mir sein würde. Dieser Gedanke gab mir unheimlich viel Kraft. Danke euch allen, auf euch kann ich bauen!
Am Bahnhof angekommen finde ich erstmal den Bahnsteig nicht, da alles umgebaut wird und auf einmal stehe ich in Mitten von lauter Bauhütten... peinlich peinlich.
Zwei Stunden Zugfahrt liegen vor mir, die ich sinnvoll nutzen will. Seite für Seite kämpfe ich das Psychologie Skriptum durch, aber eine Stunde später stellt sich dann doch die Nervosität ein und ein Lernen wird unmöglich. Außerdem sitzt neben mir im Abteil ein junger Mann der ständig rülpst, rotzt und furzt. Die alte Dame und tauschen vielsagende Blicke aus. Was sind den das bitte für Manieren? Und erst recht in einem geschlossenen Abteil!
In Innsbruck angekommen habe ich noch ein einhalb Stunden Zeit zur Humangenetik zu finden. Igendwie habe ich mir das leichter vorgestellt. Der Portier der Uniklinik ist nicht wirklich hilfreich und so verlaufe ich mich hoffnungslos in der "Großstadt" (Interlife das Landei), doch die Sekretärin von der Humangentik rettet mich dann und lotst mich doch noch zum richtingen Gebäude.
Mann muss nur dem Geruch der Verwessung folgen, denn die Patologie liegt direkt daneben.
In der Humangenetik werde ich freundlich empfangen und angemeldet. Im Wartezimmer ist ein junges Paar mit ihrem etwa 4 Monate alten Baby. Es hat einen stark deformierten Schädel und trägt noch dazu schon eine Brille die dicker ist als die von Interlife-Blindfisch. Eine traurige Sache.... und ich verkopfe mich so wegen meiner Intersexualität....
Frau Dr. U. kommt. Lächelt mich an. Führt mich ins Besprechungszimmer.
Zum ersten Mal treffe ich auf eine kompetente Ärztin die eine Ahnung von der Materie hat. Genau erklärt sie mir sämtliche Befunde und was es damit auf sich hat. Etwa eine halbe Stunde reden wir sogar ganz allgemein über Intersexualität. Dr. U. ist kompetent, sie kennt sich aus, sie ist bemüht mir zu helfen, es ist ihr ein Anliegen. Ich habe ein super Gefühl.
Sie setzt sich an das Telefon und versucht auf der Gyn. Ambulanz einen ganz kurzfristigen Termin zu vereinbaren, damit auch gleich ein Hormonrezept bekomme. Es funktioniert und sie drückt mir die Überweisung in die Hand. Wir bleiben in Kontakt, alles läuft super.
Voller Elan trabbe ich in die Gyn. Ambulanz, melde mich wieder an (diesmal dauert es etwas länger, denn anscheinend hat ganz Tirol einen gynokologischen Notfall) und komme auch inherhalb von zehn Minuten dran. Die Bösen Blicke der Patienten löchern mich...
Dr. S. begrüßt mich freundlich. Ich erkäre ihr, dass ich gerne Testosteron nehmen würde, aber sie runzelt nur die Stirn.
"Wissen sie, dass das zu Komplikationen führen kann?"
"Das höre ich ehrlich gesagt zum ersten Mal, was für Komplikationen sprechen sie da an?"
"Das ist nicht so einfach.... ihre Vagina könnte sich verändern"
"Tut mir leid, aber haben sie sich den Befund der vor ihnen lieg schon angesehen? Ich habe eine komplette Androgen Insuffizienz."
"Ja, ich muss sie aber trotzdem untersuchen."
Von da an wird Interlife unangenehm, denn wie sich im Laufe des Gespräches herausstellt, sei es Regel des Hauses keine Hormone ohne Untersuchung zu verschreiben, aber zwischen den Worten hört man heraus, dass es ihr nur darum geht, sich zu überzeugen, ob mein Genital vermännlicht ist oder nicht. Dies Auswirkungen eines kompletten Androgen Rezeptor Defektes sind der guten Frau Dr. S. anscheinen unbekannt.
Interlife hat heute aber keine Lust auf Doktorspielchen und so fangen Patientin und Gott in Weiß an sehr heftig zu Disskutieren und Intelife stellt die Kompetenzen von Gott in Frage. Uhhhh, ein wunder Punkt! Es entsteht ein Steit, die Schwester die anwesend ist schaut irritiert im Besprechungszimmer herum und bekommt schon ganz rote Ohren. Ich bin rasend vor Zorn, würde ihr am liebsten die ganze verdammte Akte um die Ohren hauen. So ignorant, dämmlich und inkompetent kann ein Arzt doch gar nicht sein.
Von einer Schwester lasse ich mir noch 4 Kanülen Blut aussaugen und dann verschwinde ich ab durch die Mitte.
Voller Zorn, ohne Rezept und mit Tränen in den Augen trample ich die Maximilianstraße zum Bahnhof hinunter. Rauche was das Zeug hält und schreibe Rieke (danke dir, du bist ein Schatz) ein SMS ("Ärzte sind einfach Idioten!").
Im Zug beruhige ich mich langsam wieder. Die Migränge überfällt mich - typisch. Auf der Heimfahr durch das heilige Land wird mir klar, dass man bei so engen Tälern nur engstirnig sein kann.

Es war ein Wunsch mit einem Rezept nach Hause zu kommen, aber jetzt habe ich mal meine Diagnose. Ein weiter Schritt! Die Hormone besorge ich mir bei meiner Gyn, wenn die Therapieempfehlung von Dr. dämlich S. kommt und dann passt fürs erste mal wieder alles.

Zu meiner Diagnose komme ich heute Nacht nicht mehr. Die Müdigkeit zwingt auch mich in die Knie.


Als ich vorhin mit meinen Freunden noch einen drauf gemacht habe, ist etwas furchtbares passiert. Auf einmal stand sie auf der Straße. Hysterisch, panisch und starr vor Todesangst blickte sie noch in die Scheinwerfer. Ein Rumpler und platt war sie... die kleine Maus, die einfach nicht mehr leben wollte.... That's life!

Freitag, 24. Juni 2005

Ich habe eine Diagnose

... allerdings ist sie sehr seltsam. Ich bin anscheinend eine Mutation der Mutation oder so ähnlich. Frau C.Araxe: Richten sie bitte ein Zimmer in ihrem Gruselkabinett für mich ein. Jetzt darf ich dort wirklich einziehen. ;)

Auf der einen Seite scheine ich CAIS zu sein und auf der einen wieder PAIS. Wie geht das bitte?

Sonntag, 15. Mai 2005

Und Morgen?

OK, ich arbeite immer noch an einem Schlachtplan für die Herausgabe von meiner Krankenakte und meiner Diagnose. Morgen werde ich wieder meine Ärztin anrufen und versuchen sie wieder irgendwie so zu manupulieren und zu verwirren, dass sie mir wieder gehorcht und das tut was ich will. Ärzte sind wie Kinder. Sie wollen Grenzen gesetzt bekommen, an denen sie sich reiben können. ;)

Was brauche ich eigentlich?
OK, die Krankenakte wird sicher noch ein paar Wochen an der Stelle liegen bleiben wo sie ist, bis ich sie zu sehen bekommen, aber Blutabnehmen werde ich mir auf jeden Fall lassen, damit der Molekularbiologe auch mal wieder etwas zu tun hat. Die letzten Tage hätte ich am liebsten schon aufgegeben, aber die Tatsache, dass ich wieder Hormone nehmen muss, da ich langsam aber sicher total verfette, läßt mich weiterkämpfen.

Und jetzt gehe ich zum Italiener und schlage mir den Bauch voll. gg

Dienstag, 10. Mai 2005

Meine Diagnose

habe ich selbstversändlich nicht erhalten. Wie könnte es auch ander sein.

Manchmal spielt das Leben gern' mit dir Katze und Maus!
Immer wird's was geben, einer der trickst dich aus!


Stattdessen habe ich eine Überweisung in das Humangenetische Institut erhalten. Toll, super, spitze... damit kann ich ja was anfangen. Leider haben sie keine Jahrhunderflut in Tirol gehabt, so dass sie sich auf das Verschwinden meiner Akten rausreden könnten. Vielleicht war es ja eine Lawine? Oder durch ein göttliches Wunder im heiligen Land wurden meine Unterlagen einfach in den Himmel gebeamt?

Was soll das? Wieso ist alles so verdammt beschissen?
Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben. Irgendwie wird sich schon eine Tür öffnen. Nur heute leider nicht und dabei hab ich so gehofft.

Zum Heulen ist mir zu mute, aber dafür ist keine Zeit. The show must go one! Da kann der Zug darüber fahren!

Sonntag, 24. April 2005

Stike!

Mogen ist mein besagter Arzttermin und vor lauter Panik mach ich mir fast in die Hose. Mein Magen krampft sich in regelmäßigen Zeitabständen zusammen. Ach, wie ich Ärzte doch hasse!

ABER:

Interlife die Kluge hat sich für morgen eine Checkliste zusammengestellt, damit sie morgen nicht Wortlos vor dem Arzt steht. Alles was ich ansprechen und durchsetzten will habe ich mir auf A4 festgehalten.

Hoffentlich verläßt mich der Mut morgen nicht, doch noch bin ich guter Dinge, dass alles glattläuft.

Living Intersex?!

Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

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