Gute Tage

Freitag, 31. August 2007

Homolovien

Seit Tagen leide ich an einer aktuen Flenneritis. Gerade hörte ich "Blonde on Blonde" von Nada Surf und hab mal wieder so richtig Rotz und Wasser geflennt. Ist das Östro wiedermal zu hoch? Was würd ich nur für einen normalen Stoffwechsel ohne ständige Stimmungsschwankungen geben, aber egal.

Jedenfall hab ich keine rot verweinten Augen, weil ich so traurig bin, sondern weil ich jetzt, just in diesem Moment, sehr sehr glücklich bin. Einfach so, zu diesem Zeitpunkt. Ist doch was schönes.

Ein kleines Erlebnis:
Heute, als ich am Busplatz in Feldkirch auf den 73er wartete, habe ich glaub ich zum ersten Mal in meinem Leben gesehen, wie sich ein homosexuelles Paar öffentlich in Vorarlberg in die Arme gefallen ist und sich geküsst hat. Und die zwei Frauen waren nicht sehr geizig mit Zuneigungen. Doch zu meiner Verwunderung reagierten die Passanten gar nicht darauf. Kann es sein, dass sich hier im Land doch noch etwas ändert? Ist es vielleicht schon geschehen ohne dass ich es bemerkt habe?
Auf alle Fälle: Schön, dass das sein kann ohne dass die Leute Amok laufen.

Sonntag, 16. Juli 2006

Der Berg ruft schon

Bald ist es soweit.
Insider wissen natürlich wovon ich spreche: Dem feuchtfröhlichen Wochenende in der salzbuger Einöde auf einer salzburger Hütte.
I freu mi scho so. JODELEHITI!!!!!!!

Acht heitere Gesellen (natürlich einer intersexueller als der andere) werden für drei Tage in die salzburger Bergwelt verfrachtet um zu überprüfen ob Zwitter in einer noch ökologisch intakten Umgebung ohne Internet überleben können.
Den Teilnehmern werden verschiedene Aufgaben gestellt die sie zu bewältigen haben. Am Ende jedes Abends werden zwei Teilnehmer nach Hause geschickt. Was für ein Event! Hoffentlich bekommt RTL2 davon nicht Wind.
Expedition Österreich (Für alle die es nicht wissen: Das war so Pseudonachahmung des ORF um höhere Einschaltquoten im Sommer zu erzielen) war dagegen ein regelrechter Kindergarten.

Freitag, 15. Juli 2005

Eine Woche Hundefutter am Rad

Puh, Woche 1 als Postbotin ist vorbei! Ok, es war echt anstrengend bei dieser brütenden Hitze mit einem 20 Kilo Fahrrad und 30 Kilo Post 20 km am Tag durch die Gegend zu crusen, aber auf der einen Seite muss ich schon sagen, dass der Job echt Spaß macht!
Sommer, Sonne, firsche Luft (Trinkgeld und kühle Getränke) und ein gratis Fitnesstraining für das sich anderen dämlich Zahlen würden.
Heute hatte hatte ich mit meiner Dogophpie mal wieder ein Erlebniss, dass mir die Beine weich wurden - so ein kleiner blöder schwarzer Köter hat mich verfolgt. Grrr. Es stimmt wirklich, dass Hunde Postboten bis aufs Blut hassen, aber dieser Hass beruht auf Gegenseitigkeit.

Ende der Ansage.

Samstag, 2. Juli 2005

Das ist es....

Es ist schön, dieses Leben leben zu dürfen.


Placebo singt Twenty Years
Interlife die Gegendenstromschwimmerin.

Freitag, 10. Juni 2005

Nachwuchs

kleinerwicht
Heute kurz vor zwölf Uhr Mittag hat dieser kleine Wicht das Licht der Welt erblickt. Auch ein zweites Geschwisterchen gesellte sich um zirka ein Uhr dazu.
Der dritte Wicht hat die Geburt leider nicht überstanden, da die Geburt viel zu lange dauerte und Mama-Katze nicht wusste was sie tun soll. Es war ja ihre erste Geburt! Aber wir gaben dem Wichtel den Namen Silvester und begruben in mit allen Ehren im Garten unter einer wunderschönen Mohnblume.

Ach bin ich stolz! Ich bin Katzenmama geworden!

Samstag, 7. Mai 2005

Was ich heute schon alles erlebt habe...

Heute morgen bin ich völlig verkatert aufgestanden, ich hatte den schlimmsten Knall seit langem und das beste daran ist, dass ich dafür keinen einzigen Cent ausgegeben habe. Man hat mich einfach eingeladen und den Rest hat sogar noch das Lokal spendiert. WAS FÜR EIN LEBEN!

Naja, nachdem ich morgens um vier 3 Aspirin reingeknallt hatte und noch so viel Wasser einfüllte wie nur ging, wurde ich um Viertel nach Acht zum Frühstück geweckt. Seltsamer weise war mein Apettit relativ gering, denn der Lokalbesizter hatte für uns alle Lepakäs per Taxi von der Tankstelle kommen lassen - natürlich hat das auch nichts gekostet. Umso größer war der Durst heute morgen. Aggressive Mundfäulniss im Endstadion und ein staubender Kehlkopf noch gesteigert mich einer schmerzenden Raucherlunge sind eigentlich nicht die Faktoren, die dazu beitragen, dass mein Tag perfekt wird. Aber es war ja erst Morgen!


Fortsetzung folgt oder auch nicht. Gerade wurde ich auf gemeine Art und Weise aus dem Schreibfluss gebracht.

Montag, 25. April 2005

Interlife geigt auf!

Ok, ich war heute schon beim Gyn und es lief richtig gut. Besser als ich es mir erwartet habe.

Jetzt habe ich aber auch noch mit meinen Eltern geredet.
Ja! Es ist war.
Ganz ruhig und nüchtern habe ich meiner Mutter und meinem Vater von Intersexualität berichtet. Was ich gedenke zu tun und welche verschiedenen Formen von Intersexualität es gibt. Auch über die Selbsthilfegruppe haben wir gesprochen. Sie sind auf meiner Seite und freuen sich für mich und wollen mich wo es nur geht unterstützen.
Von den Ärzten wurden sie, soweit ich das bis jetzt beurteilen konnte, nach Strich und Faden angelogen. Über diese Lügen werde ich in einem anderen Eintrag noch ausfühlicher Berichten, aber ich finde es doch immer wieder sehr unterhaltsam zu erfahren, wie wenig Ahnung doch die studierten Mediziner hatten, bei denen ich in Behandlung war.
So soll zum Beispiel ein Arzt zu meinem Vater gesagt haben, dass er der Überträger des defekten Genes sei. ;). Jaja, was die wohl studiert haben?
Auf jeden Fall geht es mir wunderprächtig gut und am liebsten möchte ich die ganze Welt umarmen.
Entlich habe ich auch mit meinen Eltern reinen Tisch gemacht und ich kann auch daheim offen darüber mit ihnen reden und was viel wichtiger ist, dass ich ihnen jetzt die Möglichkeit gegeben habe mit mir zu reden. Sie haben noch viele Fragen, die nicht alle heute Abend beantwortet werden können.
Ach ist das schön.
Interlife - die die ganze Welt umarmt.

Kampfanzug im Einsatz

Da bin ich nun wieder.

Und?

Interlife grinst über das ganze Gesicht.

Selten war ich so nervös und angespannt wie heute. An der Uni hab ich von morgens um 8 bist halb 12 eine halbe Packung Zigaretten gekauft und bin von einem Bein auf das andere gesprungen.
Zitternd und ängstlich ging ich die Stiegen zur Praxis hoch. Vor der Tür bleibe ich nochmals stehen. "OK, du kriegst das geritzt. Wenn sie nicht tut was du willst kickst du ihr einfach in den Hintern".
Ok. Türe auf, Interlife rein und freundliche Begrüßung der Sekretärin.
Dann folgte das warten und ich wartete lange. Fast eine ganze Stunde lang.
Das Wartezimmer.
An der Wand hängen Fotos vom Himalya, ein tibetischer Teppich liegt auf dem Boden. Hell und freundlich sieht alles aus. Überall stehen diese Kärtchen von den Neugeborenen. Es müssen etwa an die 3000 solcher Kärtchen gewesen sein.
Um mir die Zeit zu vertreiben und um vor lauter Nervosität nicht verrückt zu werden schaue ich mir den Stapel mit den Zeitschriften an. OK, was kann man in einer Gynokologenpraxis anderes erwarten? Überall Zeitschrifen übers Kinderkriegen. Nein, das hat mich recht wenig interessiert, also hab ich mich dann mit einem Stapel Zeitschriften über die neusten medizinischen Forschungsergebnisse zufrieden gegeben. Ja, Gebärmutterkrebszellen können durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Also passt auf ihr Frauen mit Gebärmutter! Sex kann Krebs verursachen, aber macht euch keine Sorgen. Die Ärzte haben eine Impfung entwickelt.

Die Ärztin kommt in das Zimmer und schüttelt mir die Hand.
"Hallo 'Interlife'! Lange nicht gesehen. Wie geht es dir? Hast du eine Vorsorgeuntersucheng"
"Auch Hallo. Nein, ich bin zu einem Beratungsgespräch hier"
"Ok, noch fünf Minuten und wir können loslegen"

Ich warte weiter und weiter. Im Wartezimmer dudelt Panflötenmusik. Ich wusste gar nicht, wie sehr ich eigentlich Panflöten hasse. Ist ja auch Pseudo-Harmonisches Instrument. Da ist nichts mit Panflöten-Headbanging.

Entlich werde ich aufgerufen.
Nochmals förmliches Händeschütteln und ein bisschen Smaltalk und was ich jetzt eigentlich möchte.

Natürlich war sie total unvorbereitet und hat mehr als einmal "Äh..." gesagt. Und ich war auch ziemlich verwundert, dass sie nicht wusste, ob ich nun eine komplette Androgen Resitenz habe oder eine partielle.
Auf alles was ich sage steigt sie voll ein und sagt immer, dass WIR das schon hinkriegen und sie mir gerne Hilft an meine Krankenakte zu kommen und so weiter.
So gefällt das Interlife. Ganz schön artig diese Ärztin. Sie hat zwar von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber sie ist sehr Kooperationsbereit.

Dann frage ich noch, ob es vielleicht eine Möglichkeit gibt andere Intersexuelle Menschen in meinem Bundesland aus der Versenkung zu holen und ihnen einen Gedankenaustausch anzubieten (ja, das hatte ich wirklich schön so formuliert) und sie bietet mir an, bei der nächsten Fachtagung ihrer Arbeitskollegen mal nachzufragen und sie wird auch dabei gleich noch die XY-Frauen Flayer unter das Volk bringen.

Ich bin ja so was von stolz auf mich.
Nächste Woche kommen die Unterlagen von der Klinik und dann weiß ich wie es mit mir ausschaut und ob ich jetzt Testosteron nehmen kann oder nicht.
Ha, mein Kampfanzug hat es voll gebracht.
Meine Nerven lagen so was von blank.... und jetzt könnte ich wieder Bäume ausreißen.

Donnerstag, 21. April 2005

Bald ist alles besser!

Naja, seit Sonntag nichts mehr von mir gegeben.... ist schon fast ne halbe Ewigkeit.

Wieso das so ist?
- Uni kostet Zeit und nerven
- Arbeit raubt Zeit
- und ich bin in den Wechseljahren... ja ihr habt richtig gehört. Ich bin mit 21 in den Wechseljahren.
Wieso?
Seit über zwei Jahren schlucke ich die kleinen bunten Hormonpillen nicht mehr und vor etwas zwei Monaten ist es losgegangen - die intersexuellen Wechseljahre. Komisch nicht? Es scheint, als hätte mein Körper 2 Jahre lang von irgendwelchen Restbeständen gezehrt.
Am Montag hab ich entlich meinen Termin beim Arzt! Ach, was bin ich froh. Ich komme mir vor wie jemand, der Morgens zum 10 auf sein Methadon wartet.
Ab Montag wird wieder alles besser.
Keine...
...Übelkeit
... Nervosität
... ständiger Durst
... Herzrasen
... Panik
... kalter Schweiß
... Gefühle, dass mir gleich der Kopf platzt.

Ich hoffe es. Ich hoffe es. Bald bin ich wieder ganz die alte.

So, und nun mache ich mir entlich meinen Zahnarzttermin. Seit zwei Wochen schlepp ich mein Zahnweh jetzt schon rum. Aus mit Verschieben. Jetzt wird angerufen!
Und für den Nachmittag hab ich mir einen Spaziergang durch den verregneten Wald vorgenommen. Wenns tropf, duftet und kanckst ist's dort einfach am Schönsten.

Sonntag, 17. April 2005

Ein Neuer Tag und neue Chancen

Guten Morgen allerseits.

Da ist er: Der neue Tag. Was fange ich nur mit dir an?

Gestern habe ich ja meinen ganz persönlichen Schlachtplan ausgearbeitet, aber von bin ich wie es Scheint nicht über die Ausarbeitungsphase hinaus gekommen.

Aufgabe 1 dieses Morgens:

Schreibtisch aufräumen.
Über ein Thema für die Diplomarbeit nachdenken.
Mein PM-History lesen.

Eigentlich wüsste ich schon, was ich gerne für eine Diplomarbeit schreiben würde.
"Intersexualität im Wandel der Zeit" wäre ja mein Favorit, aber dazu müsste ich öffentlich zu meiner Intersexualität stehen und das schaffe ich leider noch nicht so ganz, obwohl ich mich sehr dafür einsetze und bemühe.

Heute möchte ich meine Freizeit zur Abwechslung sinnvoll gestalten. Ein Buch erwartet mich schon seit langer Zeit!

tenner

Living Intersex?!

Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

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Tintenfischalarm - Jetzt auf DVD erhältlich!

Jetzt schon bei Polyfilm erhältlich und ab Mitte März im Fachhandel!

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