[>>]

Samstag, 10. November 2007

Rezension: Die Katze ist kein Vogel

Melanie Jilg ist jung, talentiert, kreativ und ohne jeglichen Geltungsdrang. Sie ist die Schöpferin des Films "Die Katze ist kein Vogel". Anders als in Scharangs Tintenfischalarm, bei dem sich spätestens nach Minute 15 dem Zuseher der Gedanke aufzwängt, ob Scharang nicht einen gewissen Geltungsdrang zu befriedigen hat, bleibt Jilg vollkommen im Hintergrund. Das Konzept Menschen mit nur einer einzigen, fixen Kameraeinstellung in close-up zu protraitieren ist äußerst gut gelungen. Jilg stellt lediglich präzise und gut gesetzte Zwischenfragen. Was bleibt sind vier Menschen, die erzählen, wo lange geschwiegen wurde.

Ich kenne alle vier Protaginisten und ich kenne alle vier Einstellungen und so kam ich ins Grübeln. Intersexualität lässt so viele Möglichkeiten, so viele Lebenskonzepte so viele Arten des Erlebens und Umgangs zu.

Über den Inhalt zu urteilen ist nicht möglich, denn wie soll ich einen Film mit Menschen, die ich kenne und zu denen ich ich mich verbunden fühle, objektiv in Scheiben schneiden?

Ich hätte gerne noch mehr gehört, doch leider ist der Streifen wirklich kurz geraten. Was bleibt ist dieses wirklich großartige Konzept. Ein Experiment, dass durch und durch stimmig und gelungen ist und kaum noch fragen offen lässt. Es gibt tiefe Einblicke in das Leben von Menschen, die auf mich eine unheimliche Ausstrahlung haben. Große, starke, verletzte, schöne Menschen.

Ich danke den Protagonisten für ihren Einsatz und die Mühen. Und ja: "Alleine ist das nicht zu bewältigen" und unsere Identität hat noch tausende anderer interessanter und wichtiger Aspekte. Intersexualität ist manchmal nur ein Sandkorn. Ein Sandkorn, dass uns zusammenführt.


(Sehr schlechte Rezension, gar nicht sachlich, aber trotzdem: Anschaun! Es lohnt sich!)

Nachtrag:
Ganz großartig ist die Musik im Abspann. Ich kann einen Film mit Zombie von Kante nur lieben. Ein stimmiges Lied für das Thema.

Trackback URL:
http://livingintersex.twoday.net/stories/4433432/modTrackback

nolderot - 11. Nov, 23:30

ja, du hast recht: Melanie ist wunderbar und....dein Text auch. Und : ja, ich liebe sie auch, unsere Sandburg.

Living Intersex?!

Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Tintenfischalarm - Jetzt auf DVD erhältlich!

Jetzt schon bei Polyfilm erhältlich und ab Mitte März im Fachhandel!

Der Zwitter-Shop

Suche

 

Aktuelle Beiträge

Es fällt schwer,...
Es fällt schwer, sich von so etwas zu befreien....
C. Araxe - 11. Nov, 23:00
Lebensaspekte im Wandel...
Wenn die Zeit vergeht und man meint, dass über...
interlife - 11. Nov, 22:45
Eleven77.com ~ Eleven...
Deine Gedanken finde ich schön und ehrlich.. Kennst...
Banana14 - 28. Feb, 19:06
Unsichtbarer Faktor I
Auch wenn ich beschlossen habe, dass ich mich mit nichts...
interlife - 1. Feb, 11:05
Ich glaub ich bin kein...
im großen weiten Zwittermeer. Das wurde mir...
interlife - 14. Okt, 23:40

Wolken im Glas