Was war denn das jetzt?
Ok, ich weiß nicht, ob ich mir langsam Sorgen machen muss. Menschen sind unverschämt, das ist ja soweit bekannt, und so höre ich seit neustem permanent, jedesmal wenn ich auf die Straße gehe, im vorbeigehen hinter meinem Rücken "War das ein Mann oder eine Frau". Zugegeben, meine Haarpracht ist zur Zeit kürzer als üblich und ich habe auch nicht viel für Schminke übrig, aber das war schon immer so und es kam immer wieder einmal vor, dass sich jemand unsicher war, weil ich einfach rein optisch nicht in die Frauenschublade passe. Aber die jetztige Ausmaße meiner scheinbar verwirrenden Geschlechtsidentität kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe wie immer aus. Vielleicht liegts ja daran, dass ich einige Kilos verloren habe und meine hohen Wangenknochen wieder stärker zum Vorschein kommen, vielleicht liegts aber auch daran, dass ich mir die Augenbrauen nicht in sadomasomanier airodynamisch zurechtzupfe. Echt, es ist mir ein Rätsel, warum ich die Menschen auf einmal so verwirre. Sind es meine männlichen Pheromone? Macht mich Testosteron männlicher, auch wenn es keine körperlichen Auswirkungen hat? Lässt ein kurzer Haarschnitt von vornherein auf einen Mann schließen?
Früher sind das für mich absolute Horrorszenarien gewesen. Heute schmunzle ich darüber (freue ich mich sogar?), aber einen kleinen Stich versetzt es mir noch immer: Schließlich ernte ich immer sehr verächtliche Blicke, manche rümpfen sogar die Nase und ich fühle mich für eine Sekunde ganz erbärmlich und klein. Das sind alte Verahltensmuster, die ich bis zum heuteigen Tage noch nicht durchbrochen habe.
Na dann,
Grüße von der/die/das Interlife
(als ob ich wie ein Mann aussehe, das sind doch Wunschvorstellungen)
Früher sind das für mich absolute Horrorszenarien gewesen. Heute schmunzle ich darüber (freue ich mich sogar?), aber einen kleinen Stich versetzt es mir noch immer: Schließlich ernte ich immer sehr verächtliche Blicke, manche rümpfen sogar die Nase und ich fühle mich für eine Sekunde ganz erbärmlich und klein. Das sind alte Verahltensmuster, die ich bis zum heuteigen Tage noch nicht durchbrochen habe.
Na dann,
Grüße von der/die/das Interlife
(als ob ich wie ein Mann aussehe, das sind doch Wunschvorstellungen)
interlife - 8. Okt, 17:14
5 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Zwitter
drachenlady - 8. Okt, 23:40
ich beobachte menschen gerne. und solche fragen nach mann oder frau oder hetero oder homo stell ich mir dann auch oft... ich grübel oft über sowas nach und wunder mich, dass andere menschen nicht über solche themen nachzudenken scheinen... aber ich schüttel immer wieder den kopf darüber, dass andere das darübernachdenken nur nutzen um menschen, die nicht in ihr bild von normalität passen, zu verurteilen... ich versteh es nicht...
und meinst du, die gucken so genau hin und fragen sich, welches geschlecht du hast? die meisten denken doch höchstens in "homo-oder-hetero-?-dimensionen".. oder? ich kannte mal ein intersex-mädel, das sah halt einfach nur sehr androgyn aus. es wurde manchmal blöde geschaut, manche fanden sie attraktiv und wieder andere ließen den begriff "kampflesbe?" mit fragezeichen fallen. die frage nach der sexuellen orientierung stand im raum - aber selten bis gar nicht die frage nach dem geschlecht...
und meinst du, die gucken so genau hin und fragen sich, welches geschlecht du hast? die meisten denken doch höchstens in "homo-oder-hetero-?-dimensionen".. oder? ich kannte mal ein intersex-mädel, das sah halt einfach nur sehr androgyn aus. es wurde manchmal blöde geschaut, manche fanden sie attraktiv und wieder andere ließen den begriff "kampflesbe?" mit fragezeichen fallen. die frage nach der sexuellen orientierung stand im raum - aber selten bis gar nicht die frage nach dem geschlecht...
interlife - 9. Okt, 10:58
ist es wichtig, ob jemand mann, frau oder beides ist?
ist es wichtig, ob jemand homo-, hetero- oder bisexuell ist?
der mensch als individuuum, abseits seines geschlechts oder seiner geschlechtsindentität ist das wesentliche.
es ist verdammt schwer so einen zusammenhang erkenntlich zu machen, wenn man abseit, über oder unter diesem normierungsdenken steht.
das kampflespen-thema hab ich auch schon durch. dass war immer sehr amüsant. eben mein sehr androgynes aussehen hat viele darauf schließen lassen dass ich eine butch bin. nene, so ist das nicht.
das mit "mann oder frau" ist wieder eine andere dimenstion. das hängt vor allem auch mit der körpersprache, der gestik und mimik zusammen und die ist eben nicht so, wie man sich das von einer frau erwarten würde.
ist es wichtig, ob jemand homo-, hetero- oder bisexuell ist?
der mensch als individuuum, abseits seines geschlechts oder seiner geschlechtsindentität ist das wesentliche.
es ist verdammt schwer so einen zusammenhang erkenntlich zu machen, wenn man abseit, über oder unter diesem normierungsdenken steht.
das kampflespen-thema hab ich auch schon durch. dass war immer sehr amüsant. eben mein sehr androgynes aussehen hat viele darauf schließen lassen dass ich eine butch bin. nene, so ist das nicht.
das mit "mann oder frau" ist wieder eine andere dimenstion. das hängt vor allem auch mit der körpersprache, der gestik und mimik zusammen und die ist eben nicht so, wie man sich das von einer frau erwarten würde.
drachenlady - 9. Okt, 16:44
nein, weder geschlecht noch sexuelle neigung sind wichtig. ich denke oft über sowas nach, weil ich einfach gerne über dinge nachdenke. ;-) aber wichtig ist es nicht. wichtig ist, dass andere einen als menschen sehen und man sich selber als mensch akzeptiert. naja... und ich hab immer wieder am eigenen körper erfahren können, wie stark mein selbstempfinden und wirken nach außen von meinem hormonhaushalt beeinflusst wurde. ich kann nur erahnen, wie blöde es ist, wenn man nie einen normal funktionieren h-haushalt hatte...
was ich nur sagen wollte: die meisten menschen denken in kategorien, in denen es nur A oder B gibt. das macht ihnen das leben einfacher. die meisten denken noch nichtmal so weit, dass sie dich für einen freak halten würden, wenn sie dich nicht in eine der beiden kategorien einordnen können. so viel denken menschen nicht nach! die meisten wundern sich mal, schütteln vielleicht sogar den kopf und sind dann schon wieder bei ihren eigenen problemen...
das, was du bist, steckt in deiner seele. und die ist nicht geschlechtsspezfisch! das ist zumindest meine ansicht...
hast du schonmal mit einem psychologen darüber geredet?
ich habe mir abgewöhnt, menschen in solche schubladen zu stecken. okay, die meisten menschen um mich herum haben wohl ein eindeutiges geschlecht. man redet von typisch männlich oder weiblich, rastert auch das äußere danach. aber spätestens bei gestik, mimik, körpersprache oder neigung hört es dann auch auf. da zählt nur der mensch.
wer anders denkt, kann mir auch gestohlen bleiben.
und dir wünsch ich gute freunde, die auch so denken! die in dir den menschen sehen, der stärken und schwächen hat und nicht die person, deren geschlecht eine rolle spielt.
das umfeld macht sich immer erst dann stärkere gedanken um dich und was mit dir "nicht stimmen" könnte, wenn du selber unsicherheit ausstrahlst....
(ich laber hier ein bisschen wirr, ich weiss, aber ich denke, selbstliebe ist das wichtigste....)
was ich nur sagen wollte: die meisten menschen denken in kategorien, in denen es nur A oder B gibt. das macht ihnen das leben einfacher. die meisten denken noch nichtmal so weit, dass sie dich für einen freak halten würden, wenn sie dich nicht in eine der beiden kategorien einordnen können. so viel denken menschen nicht nach! die meisten wundern sich mal, schütteln vielleicht sogar den kopf und sind dann schon wieder bei ihren eigenen problemen...
das, was du bist, steckt in deiner seele. und die ist nicht geschlechtsspezfisch! das ist zumindest meine ansicht...
hast du schonmal mit einem psychologen darüber geredet?
ich habe mir abgewöhnt, menschen in solche schubladen zu stecken. okay, die meisten menschen um mich herum haben wohl ein eindeutiges geschlecht. man redet von typisch männlich oder weiblich, rastert auch das äußere danach. aber spätestens bei gestik, mimik, körpersprache oder neigung hört es dann auch auf. da zählt nur der mensch.
wer anders denkt, kann mir auch gestohlen bleiben.
und dir wünsch ich gute freunde, die auch so denken! die in dir den menschen sehen, der stärken und schwächen hat und nicht die person, deren geschlecht eine rolle spielt.
das umfeld macht sich immer erst dann stärkere gedanken um dich und was mit dir "nicht stimmen" könnte, wenn du selber unsicherheit ausstrahlst....
(ich laber hier ein bisschen wirr, ich weiss, aber ich denke, selbstliebe ist das wichtigste....)
Samuel B. - 8. Okt, 23:54
sorry, wenn ich dir sagen muss, dass ich auch zu den 'unverschämten' gehöre. ok, ich würde es nicht laut sagen, aber ich bin immer und immer wieder verwirrt, wenn ich jemanden sehe / erlebe, der sein / ihr geschlecht wechselt.
nicht wirklich mann, nicht wirklich frau.
da ertappt man sich dabei, in welchen schubladen man denkt, fürchterlich.
ich habe einige zeit in einer praxis gearbeitet, die auch einen schwerpunkt auf transsexuelle menschen hatte.
da erschienen männer und frauen, die frauen und männer waren und man es ihnen nicht ansehen konnte.
da erschienen männer und frauen, die weder frauen noch männer waren, und man es ihnen ansehen konnte.
da erschienen männer und frauen, denen man es nicht ansehen konnte, das sie mal weder frauen noch männer waren.
was geht dich die verwirrtheit der andern an - wenn ich das mal so bös fragen darf? du bist du.
nicht wirklich mann, nicht wirklich frau.
da ertappt man sich dabei, in welchen schubladen man denkt, fürchterlich.
ich habe einige zeit in einer praxis gearbeitet, die auch einen schwerpunkt auf transsexuelle menschen hatte.
da erschienen männer und frauen, die frauen und männer waren und man es ihnen nicht ansehen konnte.
da erschienen männer und frauen, die weder frauen noch männer waren, und man es ihnen ansehen konnte.
da erschienen männer und frauen, denen man es nicht ansehen konnte, das sie mal weder frauen noch männer waren.
was geht dich die verwirrtheit der andern an - wenn ich das mal so bös fragen darf? du bist du.
interlife - 9. Okt, 11:06
du hast recht samuel b.. hier gibts eine überschneidung von inter und trans.
ich habe für längere zeit in einem ftm-trans forum mitgelesen und vor allem die diskussionen mit dem passing vervolgt. doch gar bes immer einen ganz grafierenden unterschied zu mir. die "mann oder frau" frage stellt sich bei jungen transmänner, die noch ohne testosteron sind, natürlich auch. jedoch flippen viele aus, wenn sie nicht als mann eingeordnet werden und das passing nicht so läuft wie gewünscht.
ich bin weder in einem passing noch bin ich trans. ich bn ich und seit neustem halten mich scheinbar viele für einen mann, obwohl ich immer immer noch die selbe bin. das ist wirklich gruselig.
was geht dich die verwirrtheit der andern an - wenn ich das mal so bös fragen darf?
in meiner jugend war ich aufgrund meiner fehlenden pupertät sehr androgyn. da ich also nicht wie die anderen mädchen meiner klasse mit monsterdekolte herumlief, sondern meinen körper verhülte wurde ich schnell mal zum transvestiten der klasse degradiert. das war nicht sehr lustig und sitzt mir auch heute noch im nacken wenn es wieder heißt "war das ein mann oder eine frau".
obwohl ich heute nicht mehr versuche dem gesellschaftlichen bild einer frau zu entsprechen (so was von lächerlich), kommt in solchen situationen eben noch dieser alte komplex durch, der seinen urspung, wie eben ausgefüht, in meiner jungend hat.
das ist alles.
du verstehen was ich meinen? etwas komplex, ich weiß.
ich habe für längere zeit in einem ftm-trans forum mitgelesen und vor allem die diskussionen mit dem passing vervolgt. doch gar bes immer einen ganz grafierenden unterschied zu mir. die "mann oder frau" frage stellt sich bei jungen transmänner, die noch ohne testosteron sind, natürlich auch. jedoch flippen viele aus, wenn sie nicht als mann eingeordnet werden und das passing nicht so läuft wie gewünscht.
ich bin weder in einem passing noch bin ich trans. ich bn ich und seit neustem halten mich scheinbar viele für einen mann, obwohl ich immer immer noch die selbe bin. das ist wirklich gruselig.
was geht dich die verwirrtheit der andern an - wenn ich das mal so bös fragen darf?
in meiner jugend war ich aufgrund meiner fehlenden pupertät sehr androgyn. da ich also nicht wie die anderen mädchen meiner klasse mit monsterdekolte herumlief, sondern meinen körper verhülte wurde ich schnell mal zum transvestiten der klasse degradiert. das war nicht sehr lustig und sitzt mir auch heute noch im nacken wenn es wieder heißt "war das ein mann oder eine frau".
obwohl ich heute nicht mehr versuche dem gesellschaftlichen bild einer frau zu entsprechen (so was von lächerlich), kommt in solchen situationen eben noch dieser alte komplex durch, der seinen urspung, wie eben ausgefüht, in meiner jungend hat.
das ist alles.
du verstehen was ich meinen? etwas komplex, ich weiß.

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