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Montag, 24. September 2007

Erwachen

Um die Erkenntniskette fortzusetzten...

Das meine männliche Seite seit einigen Monaten überhand nimmt, ist mittlerweile bekannt, doch nun scheint der Mann vollkommen durchgebrochen zu sein. Die Frau in mir scheint nur ein Produkt einer fehlgeleiteten Sozialisation zu sein, die durch jahrelanges Einnehmen von Östrogenen aufrecht erhalten wurde.

Und so hat ein unbewusster Wandel eingesetzt:
Meine Selbstwahrnehmung würde ich zwar immer noch als zwischengeschlechtlich bezeichnen, weil ich kein anderes Wort dafür finden kann, vielleicht aber auch, weil ich nicht weiß, wie eine weibliche oder männliche Selbstwahrnehmung ausschaut, aber mein Verhalten, mein Auftreten oder auch mein Habitus ist ein anderer. War ich früher noch zwanghaft in die Aufrechterhaltund des Scheins, als Frau wahrgenommen zu werden, verfallen, so scheine ich mich langsam in die genau entgegengesetzte Richtung zu entwickeln, nein nicht die männliche, aber die "Ich bin eindeutig uneindeutig" - Richtung. Ich scheine es geradezu darauf anzulegen gefragt zu werden, ob ich ein 15 jähriger Bursch bin oder eine 24 jährige Frau bin. Nichts von beidem stimmt, aber es macht Spaß, dass ich als Bursche wahrgenommen werde. Immerhin war das früher ein enorm großes Problem und mit Leid und Depressionen verbunden. Jetzt schlägt das in das genaue Gegenteil um.

Wohin wird mich diese Entwicklung führen...
Man sagt, es ist leichter, wenn man eindeutig ist und in der Tat ist es wirklich unkomplizierter, aber es fühlt sich nicht echt an. Es bleibt eine Maske. Die wahre Freiheit für mich, und das wird mir immer öfter bewusst, liegt für mich in der Auslebung meiner Uneindeutigkeit. Das Irritiert zwar und beansprucht auch Toleranz gegenüber unwissenden und verwirrten Mitmenschen, aber es ist für mich der einzige Weg zu einer Authenzität und einem Leben in der Realität.

Dieser "Meinungswandel" stößt wahrscheinlich auf ziemliches Unverständnis, aber ich kann mich eben nicht umkehren. Das habe ich lange genug versucht.

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nolderot - 24. Sep, 20:04

Ich nenne das ankommen bei sich selbst, was du da bechreibst. Das hat etwas mit Wissen und Verarbeitung zu tun. Ich denke, dass du in guter Gesellschaft bist. Du bist der Beweis dafür, dass es möglich ist auch ein bewußter intergeschlechtlicher Mensch zu sein. Nicht Mann oder Frau, sondern Mensch mit weiblichen und männlichen Anteilen. Eindeutig uneindeutig. Willkommen im Klub!

interlife - 26. Sep, 12:01

Ob ich wirklich schon bei mir angekommen bin, bezweifle ich. Da gibt es noch eine Menge zu entdecken, auzusprechen und zu verarbeiten. Aber immerhin habe ich wieder ein Stückchen Freiheit gewonnen...

Grüße,

der Dipl. Päd.

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Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

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