Die Macht der Selbstsuggestion
Wer mich persönlich kennt weiß, wie gerne ich große Sprüche klopfe. Doch wie es mit Sprücheklopfern so ist, ist meist nicht viel dahinter.
Zur Erinnerung: Ich studiere das Hauptschullehramt im voraussichtlich vorletzten Semester. Mittlerweile hatte ich schon zwei zweiwöche Praktikas an einer für Lehramtsstudenen wohl härtesten Schule in unseres Bundeslandes. Die Disziplin war unter jeder Sau und jeder Tag kam mir wie Krieg vor.
Mir viel auf, dass es Lehrer gibt, die einfach in eine Klasse reinmarschieren und es kehrt augenblicklich Ruhe ein. Bei anderen herrscht in der selben Klasse ein Durcheinander und Gramurium wildester Art.
Wie ist das möglich? Beide Lehrer regierten nicht mit einer Schreckensherrschaft, beide waren nett und freundlich zu den Schülern und beide hatten einen ähnlichen Unterrichtsstil. Wo also lag der Unterschied bei den bieden, der die Schüler so unterschiedlich reagieren ließ?
Der Schlüßel zur Antwort lautet Suggestion!
Lehrer eins fühlt sich stark und der Situation der Klasse gewachsen.
Lehrer zwei empfindet die Schüler als übermächtige Monster und sich selbst als schwach und klein.
Beide Lehrer tun nichts anderes als sich zu suggerieren, dass sie entweder sehr stark oder eben sehr schwach sind. Die Schüler reagieren auf das daraus resulierende Verhalten.
Die letzten Wochen habe ich mich mal wieder intensieer mit Autogenem Training auseinander gesetzt. Ich praktiziere diese Methode schon seit der Matura um Stress besser bewältigen zu können und um mich innerhalb kurzer Zeit zu regenerieren.
Aber das Autogene Training kann ja noch viel mehr: Unter anderem ist es durch diese Methode der leichten Selbsthypnose möglich, sich in seinem Unterbewussten Sätze und Phrasen einzupflanzen, die in Gewissen Situationen, in diesem Fall in Unterrichtssituationen, einsetzten und sich dann auf mein Verhalten auswirken. Wirklich sehr hilfreich!
Für mich haben sich aber noch andere Fragen aufgeworfen: Weshalb bin ich in Konfliktsituationen immer gleich so emotional getroffen, bekomme augenblicklich glasige Augen und suche das Weite?
Einerseits ist das durch meine Kindheit und meine cholerische Mutter bedingt, soviel ist klar. Andereseits sind Konflikte was peinliches und unhygienisches, was man nicht austragen sollte. Konflikte sind in meinem unterbewussten Verständnis Perversitäten. Sogesehen müssen sie verhindert werden, oder auch ausgelebt werden, wenn mir nach primitiv und pervers zumute ist.
Konfliktsituationen mit Schülern zu meistern ist wieder etwas anderes: Ich habe keine Lust herumzudiskutieren um zu beweisen, dass ich Recht habe. ICH habe sowieso immer Recht als Lehrer. (auf den Tisch Klopf). Gerne würde ich einfach aus der Klasse gehen und den Schüler sich ausspinnen lassen. Mich selbst einfach aus der Situation herausnehmen. Keinen perversen Konflikt austragen...
Die Schüler wissen auch, dass man mit mir streiten kann, sie hören nie auf! Egal was ich tue, was ich androhe und was ich durchsitze... das Spiel "Dich kann mach fertig machen, aber du gehst einfach nicht hoch" geht immer weiter. Einerseits wissen sie, dass ich nicht zu provozieren bin, andererseits machen sie immer weiter und daran ist nur meine Suggestion schuld. Ich denk mir "Lass mich in Ruh du Depp (natürlich sag ich das nicht laut und ich bin davon überzeugt, dass auch Lehrer sich das mal denken dürfen)" und der Schüler denkt sich "wieso reagiert sie nicht"
Teil 2 folgt noch
Zur Erinnerung: Ich studiere das Hauptschullehramt im voraussichtlich vorletzten Semester. Mittlerweile hatte ich schon zwei zweiwöche Praktikas an einer für Lehramtsstudenen wohl härtesten Schule in unseres Bundeslandes. Die Disziplin war unter jeder Sau und jeder Tag kam mir wie Krieg vor.
Mir viel auf, dass es Lehrer gibt, die einfach in eine Klasse reinmarschieren und es kehrt augenblicklich Ruhe ein. Bei anderen herrscht in der selben Klasse ein Durcheinander und Gramurium wildester Art.
Wie ist das möglich? Beide Lehrer regierten nicht mit einer Schreckensherrschaft, beide waren nett und freundlich zu den Schülern und beide hatten einen ähnlichen Unterrichtsstil. Wo also lag der Unterschied bei den bieden, der die Schüler so unterschiedlich reagieren ließ?
Der Schlüßel zur Antwort lautet Suggestion!
Lehrer eins fühlt sich stark und der Situation der Klasse gewachsen.
Lehrer zwei empfindet die Schüler als übermächtige Monster und sich selbst als schwach und klein.
Beide Lehrer tun nichts anderes als sich zu suggerieren, dass sie entweder sehr stark oder eben sehr schwach sind. Die Schüler reagieren auf das daraus resulierende Verhalten.
Die letzten Wochen habe ich mich mal wieder intensieer mit Autogenem Training auseinander gesetzt. Ich praktiziere diese Methode schon seit der Matura um Stress besser bewältigen zu können und um mich innerhalb kurzer Zeit zu regenerieren.
Aber das Autogene Training kann ja noch viel mehr: Unter anderem ist es durch diese Methode der leichten Selbsthypnose möglich, sich in seinem Unterbewussten Sätze und Phrasen einzupflanzen, die in Gewissen Situationen, in diesem Fall in Unterrichtssituationen, einsetzten und sich dann auf mein Verhalten auswirken. Wirklich sehr hilfreich!
Für mich haben sich aber noch andere Fragen aufgeworfen: Weshalb bin ich in Konfliktsituationen immer gleich so emotional getroffen, bekomme augenblicklich glasige Augen und suche das Weite?
Einerseits ist das durch meine Kindheit und meine cholerische Mutter bedingt, soviel ist klar. Andereseits sind Konflikte was peinliches und unhygienisches, was man nicht austragen sollte. Konflikte sind in meinem unterbewussten Verständnis Perversitäten. Sogesehen müssen sie verhindert werden, oder auch ausgelebt werden, wenn mir nach primitiv und pervers zumute ist.
Konfliktsituationen mit Schülern zu meistern ist wieder etwas anderes: Ich habe keine Lust herumzudiskutieren um zu beweisen, dass ich Recht habe. ICH habe sowieso immer Recht als Lehrer. (auf den Tisch Klopf). Gerne würde ich einfach aus der Klasse gehen und den Schüler sich ausspinnen lassen. Mich selbst einfach aus der Situation herausnehmen. Keinen perversen Konflikt austragen...
Die Schüler wissen auch, dass man mit mir streiten kann, sie hören nie auf! Egal was ich tue, was ich androhe und was ich durchsitze... das Spiel "Dich kann mach fertig machen, aber du gehst einfach nicht hoch" geht immer weiter. Einerseits wissen sie, dass ich nicht zu provozieren bin, andererseits machen sie immer weiter und daran ist nur meine Suggestion schuld. Ich denk mir "Lass mich in Ruh du Depp (natürlich sag ich das nicht laut und ich bin davon überzeugt, dass auch Lehrer sich das mal denken dürfen)" und der Schüler denkt sich "wieso reagiert sie nicht"
Teil 2 folgt noch
interlife - 15. Jan, 20:00
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teaching life
bedani - 15. Jan, 23:22
... und ich schalte in konfliktsituationen auf autopilot um, da kommt man gar nicht erst ins weinen. leider ist dieser autopilot aber immer total bekifft und was dann dabei rauskommt, weisst du ja seit kurzem.
für mich ist widerspruch gleich bedeutend wie ablehnung, habe ich heute in therapie rausgefunden. wenn jemand gegen mich ist in welcher form auch immer, dann kann ich mich nicht wehren, argumentieren und so weiter. vor allem in institutionalisiertem kontext mit mehreren leuten, die mich anschauen ...
grüssli bedani
für mich ist widerspruch gleich bedeutend wie ablehnung, habe ich heute in therapie rausgefunden. wenn jemand gegen mich ist in welcher form auch immer, dann kann ich mich nicht wehren, argumentieren und so weiter. vor allem in institutionalisiertem kontext mit mehreren leuten, die mich anschauen ...
grüssli bedani

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