Entsexualisierung
Gestern Abend hatte ich noch bis spät Nachts ein sehr interessantes Gespräch mit einem sehr lieben Menschen. Dabei stellten wir fest, dass unsere Gruppentreffen (Wie auch dieses Mal auf der Hütte) immer sehr emotional geprägt sind. Man umarmt sich fest und gibt sich gerne der Gefühlsdusseligkeit hin. Es ist schön sich dieser Nähe und dem gegenseitigen Verständnis hinzugeben. Zu wissen, dass man sich öffnen kann und geschützt ist.
Aber es gibt ein Tabu, ein Dogma, eine eiserne Regel, die wir uns selbst auferlegt haben. In dieser Situation mutieren wir alle zu heterosexuellen Zwittern die sich jegliches Recht auf Sexualität untereinander absprechen. Wir sind asexuelle Wesen die Nähe ohne sexuellen Hintergedanken ausleben müssen. Sind entsexualisiert! Umarmungen sind ohne Hintergedanken, alles andere wäre Gaga. Umso größer ist dann das Weltwunder, wenn zwei intersexuelle Menschen zueinander finden, eine Beziehung leben, sich von ganzem Herzen lieben und natürlich auch ein Sexualleben haben.
Ein Bruch mit dem selbstauferlegten Tabu entsteht und umso größer ist der daraufhin folgende Tratsch.
Müssen wir uns selbst entsexualisieren? Wir dürfen lieben! Auch uns und auch andere intersexuelle Menschen. Niemand kann verbieten wen man liebt und es ist kein Weltuntergang, wenn eine Umarmung mehr als eine Umarmung ist. Auch wir sind Menschen mit einem Sexualverhalten. Die Medizin hat es versucht zu zerstören, doch sie können uns nicht mehr kontrollieren.
In diesem Sinne: MAKE LOVE!
Aber es gibt ein Tabu, ein Dogma, eine eiserne Regel, die wir uns selbst auferlegt haben. In dieser Situation mutieren wir alle zu heterosexuellen Zwittern die sich jegliches Recht auf Sexualität untereinander absprechen. Wir sind asexuelle Wesen die Nähe ohne sexuellen Hintergedanken ausleben müssen. Sind entsexualisiert! Umarmungen sind ohne Hintergedanken, alles andere wäre Gaga. Umso größer ist dann das Weltwunder, wenn zwei intersexuelle Menschen zueinander finden, eine Beziehung leben, sich von ganzem Herzen lieben und natürlich auch ein Sexualleben haben.
Ein Bruch mit dem selbstauferlegten Tabu entsteht und umso größer ist der daraufhin folgende Tratsch.
Müssen wir uns selbst entsexualisieren? Wir dürfen lieben! Auch uns und auch andere intersexuelle Menschen. Niemand kann verbieten wen man liebt und es ist kein Weltuntergang, wenn eine Umarmung mehr als eine Umarmung ist. Auch wir sind Menschen mit einem Sexualverhalten. Die Medizin hat es versucht zu zerstören, doch sie können uns nicht mehr kontrollieren.
In diesem Sinne: MAKE LOVE!
interlife - 9. Aug, 16:17
10 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Fakten
bedani - 9. Aug, 19:17
dieses sich-selbst-entsexualisieren findet ja nicht nur gegenüber dem gleichen geschlecht, sondern auch gegenüber dem männlichen oder weiblichen geschlecht statt. was habe ich meine gefühle verdrängt in all den jahren ... ein zwitter darf nicht an die grosse glocke hängen, dass er spass am sex hat oder sich zumindest vorstellen kann, spass daran zu haben. und zusammen mit einem anderen zwitter spass daran zu haben ist natürlich völliger tabubruch. deshalb ist dieses entsexualisieren untereinander noch stärker als sonst schon. und das thema ist eh vorbelastet bei den meisten von uns. man wird ja zwecks einer (zumindest äusserlich) funktionierenden heterosexualität physisch und psychisch angepasst. und es ist wohl auch schwieriger, wenn zwei sich-entsexualisierende menschen aufeinandertreffen als ein sexualisierter bio-mann und eine sich-entsexualisierende xy-frau zum beispiel. äh ... ja ... wie geht der trinkspruch, den wir schweizer kennen, schon wieder? ex oder an d'wand! in diesem sinne: sex und bitte ohne gwand! hihi
nachtrag: ach, scheisse. eigentlich kein wunder, dass wir uns entsexualisieren, denn wir wurden ja eigentlich auch entsexualisiert, das lustorgan und/oder die lust auf die lust zerstört. man hat uns unsere ureigene sexualität genommen. sex mit einem mikropenis und keiner vagina ist vielleicht grundlegend anders. vielleicht müssten wir eine ganz neue form der körperlichen liebe entwickeln? aber andererseits sind wir teil dieser heterosexuellen gesellschaft. ich kann ja dies auch nicht einfach von mir schieben. ich hab mich in diesem zusammenhang schon gefragt: ist die tatsache, dass ich eigentlich/mehrheitlich auf männer stehe, eine veranlagung (ich könnte ja auch sagen, dass ich schwul bin) oder eine perversion (wie bei dem menschen, dem einer abgeht, wenn er geschlagen wird)? boa, jetzt hör ich glaub auf.
nachtrag: ach, scheisse. eigentlich kein wunder, dass wir uns entsexualisieren, denn wir wurden ja eigentlich auch entsexualisiert, das lustorgan und/oder die lust auf die lust zerstört. man hat uns unsere ureigene sexualität genommen. sex mit einem mikropenis und keiner vagina ist vielleicht grundlegend anders. vielleicht müssten wir eine ganz neue form der körperlichen liebe entwickeln? aber andererseits sind wir teil dieser heterosexuellen gesellschaft. ich kann ja dies auch nicht einfach von mir schieben. ich hab mich in diesem zusammenhang schon gefragt: ist die tatsache, dass ich eigentlich/mehrheitlich auf männer stehe, eine veranlagung (ich könnte ja auch sagen, dass ich schwul bin) oder eine perversion (wie bei dem menschen, dem einer abgeht, wenn er geschlagen wird)? boa, jetzt hör ich glaub auf.
interlife - 9. Aug, 20:22
liebes bedani
die frage weshalb ich so auf männer fixiert war (bin) und ein solcher frauenhasser bin habe ich für mich so beantwortet, dass ich eben das will, was ich nicht haben kann und eigentlich doch bin: ein mann
das weibliche geschlecht ist dann eine auferlegte, nicht stimmige angelegenheit und folglich verabscheuenswert für mich. was das sexuell bedeutet finde ich gerade erst heraus. oder sagen wir so: seid ich erkannt habe, dass es so ist und ich darum so reagiere auf männer auf frauen ändert sich dieses verhalten. daher denke ich, dass ich eigentlich kein schwuler kerln bin, sondern zu einem erzogen wurde. äh, ich bin immer noch ne xy-frau. weiß ja schon selber nicht mehr was ich mitterweile bin. äh, ach ja, ein zwitter.
die entsexualisierung bezieht sich wahrscheinlich wirklich nicht nur auf uns intersexuellen untereinander sonder auch auf beziehungen mit biomännern und biofrauen.
es ist eine konstruierte sexualität und dieses konstrukt macht eben probleme.
ohne dieses auferlegte korsett würden wir wahrscheinlich freizügiger sein. wie ein franzose eben. hihi
das weibliche geschlecht ist dann eine auferlegte, nicht stimmige angelegenheit und folglich verabscheuenswert für mich. was das sexuell bedeutet finde ich gerade erst heraus. oder sagen wir so: seid ich erkannt habe, dass es so ist und ich darum so reagiere auf männer auf frauen ändert sich dieses verhalten. daher denke ich, dass ich eigentlich kein schwuler kerln bin, sondern zu einem erzogen wurde. äh, ich bin immer noch ne xy-frau. weiß ja schon selber nicht mehr was ich mitterweile bin. äh, ach ja, ein zwitter.
die entsexualisierung bezieht sich wahrscheinlich wirklich nicht nur auf uns intersexuellen untereinander sonder auch auf beziehungen mit biomännern und biofrauen.
es ist eine konstruierte sexualität und dieses konstrukt macht eben probleme.
ohne dieses auferlegte korsett würden wir wahrscheinlich freizügiger sein. wie ein franzose eben. hihi
bedani - 9. Aug, 21:18
jaja, diese franzosen! :)
C. Araxe - 9. Aug, 22:02
Sorry, aber das ist Brainfuck. Behaupte ich einfach mal so. Ich, für meinen Teil, sehe Geschlechtergrenzen soundso als schwimmend an, ganz unabhängig von biologischen Gegebenheiten (und auch wenn diese fremdbestimmt sind). Also diese Sichtweise, dass Zwitter per se asexuell sein könnten, soundso. Was Sie ja auch in Frage stellen. Aber auch, dass Intersexuelle nur zu anderen Intersexuellen eine Beziehung aufbauen können. Ja, klar, gibt es da gemeinhin viele Vorbehalte. Aber ich denke nicht, dass ich da allein auf breiter Flur mit meiner Meinung stehe. Es ist nicht einfach, da jemanden zu finden. Es mag zwar anders aussehen, aber das ist es auch nicht, wenn man meint, vorwiegend hetereosexuell zu sein und sich trotz einiger mehrdeutiger Geschlechtszuordnungen schlicht als weiblich bezeichnet, auch wenn das gefühlsmäßig ganz gewiss nicht voll zutreffend ist und dies widerum nur auf gesellschaftliche Sichtweisen beruht. Ich finde jedenfalls dieses Männlich/Weibliche-Hickhack ziemlich überflüssig. Das, was zählt, ist der Mensch (fuck off, was da bioligisch dahinter steht). Ich wünsche Ihnen jedenfalls, dass Sie von allen Menschen (das soll ganz gewiss keine Abwertung sein, gegenüber anderen Intersexuellen) so angenommen werden wie Sie sind. Nämlich so weit ich das aus der Ferne beurteilen kann, als ein Mensch, der eine ausgeprägte Individualität hat und allein deswegen Beachtung verdient, auch wenn es das nicht einmal bedarf und eigentlich jeder Mensch Beachtung (und Zuneigung) finden sollte. Brabbelschwalbrabbel, ich denke, Sie verstehen, wie ich das meine.
interlife - 9. Aug, 22:18
Ich verstehe im Moment nicht ganz worauf Sie hinauswollen, habe aber das Gefühl, dass sie mich möglicherweise falsch verstanden haben.
Asexualität ist sicher nicht angeboren, aber sie wurde verursacht. Durch ständiges untersuchen und herumstochern wurde die natürliche Beziehung, die ein Mensch zu seinem Geschlecht entwickelt und erst das Ausleben von Sexualität ermöglicht, zerstört. Aber äh,.. das war jetzt doch gar nicht worauf es ankommen sollte.
Ich wollte sagen, dass (wir) Intersexuellen uns selber entsexualisieren und selbst ein Tabu schaffen. Das muss recht schwer nachvollziehbar sein, wenn man das nicht beobachten kann. (ich Spanner)
Ich kann Ihnen jedenfalls versichern, das der Feldversuch sich mit meinem Beitrag deckt und es sich nicht um Brainfucking handelt.
Eigentlich geht es nicht um Geschlechtergrenzen sondern um die eigenen Grenzen, die man sich selber macht. Keine gesellschaftlichen sondern selbst auferlegte.
Und keine Sorge: Ich sorge schon dafür, dass ich so angenommen werde wie ich bin! *ggg*
Asexualität ist sicher nicht angeboren, aber sie wurde verursacht. Durch ständiges untersuchen und herumstochern wurde die natürliche Beziehung, die ein Mensch zu seinem Geschlecht entwickelt und erst das Ausleben von Sexualität ermöglicht, zerstört. Aber äh,.. das war jetzt doch gar nicht worauf es ankommen sollte.
Ich wollte sagen, dass (wir) Intersexuellen uns selber entsexualisieren und selbst ein Tabu schaffen. Das muss recht schwer nachvollziehbar sein, wenn man das nicht beobachten kann. (ich Spanner)
Ich kann Ihnen jedenfalls versichern, das der Feldversuch sich mit meinem Beitrag deckt und es sich nicht um Brainfucking handelt.
Eigentlich geht es nicht um Geschlechtergrenzen sondern um die eigenen Grenzen, die man sich selber macht. Keine gesellschaftlichen sondern selbst auferlegte.
Und keine Sorge: Ich sorge schon dafür, dass ich so angenommen werde wie ich bin! *ggg*
C. Araxe - 9. Aug, 23:30
Jaja (kein oberflächlisches Abgetue über Befindlichkeiten von Intersexuellen), aber wie sieht's aus mit der Kenntnisnahme Ihrer Persönlichkeit außerhalb von intersexuellen Kreisen? Mein Kommentar war eigentlich nur als Feedback gedacht, dass man Sie auch außerhalb von explizit intersexuellen Kreisen wahrnimmt. Klar, dass das um Ihrer selbst Willen, eine Definition Ihrer Persönlichkeit ist. Es ist ein Finden seiner selbst im Anderssein. Und da weiß ich sehr gut, wovon ich spreche. Und dass Sie auf der Suche sind, nach sich selbst, spüre ich immer wieder. Das hat ganz klar mit eigenen Grenzen zu tun. Viel mehr noch von außen gesetzten Grenzen. Und da wollte ich Sie enfach nur bestärken, dass Sie Ihren eigenen Weg gehen. Das tun Sie ja auch, ohne irgendwelche blöden Kommentare, von Menschen, die Sie gar nicht kennen. Aber, ach. So etwas Rückenwind aus digitalem Raum, so dachte ich, kann auch nicht schaden. :·)
interlife (Gast) - 10. Aug, 10:50
Grenzen sind da um durchbrochen zu werden!
Meinen Weg gehe ich schon längst und es schon lange zu spät um wieder umzukehren... ;-)
Meinen Weg gehe ich schon längst und es schon lange zu spät um wieder umzukehren... ;-)
grobi. - 9. Aug, 22:48
Heidewitzka, da scheine ich ja wirklich was verpasst zu haben, auch wenn ich gedanklich mit auf' m Berg war^^. Erst mal freue ich mich mit Euch, dass ihr offenbar eine tolle Zeit miteinander hattet.
Aber warum werden "wir" entsexualisiert? Ich persönlich habe keinen Sex - leider. Schade dat. Ich habe Sex nie auf Geschlechter bezogen, sondern lediglich auf zwei Menschen, dieübereinander herfallen Spaß zusammen haben. Selbst stehe ich auf den Phänotyp "Mann", aber ich schließe auch nicht aus, dass ich mich in eine Frau oder eine/n Intersexuelle/n verlieben könnte - und eben "Spaß haben" könnte. Asexuell sind für mich Menschen, die keine Körperlichkeiten haben mögen... nicht diejenigen, die keine bekommen. Es wäre wirklich schlimm, wenn die Intersexualität unser Triebdenken steuern würde - dann wäre es ja kein Trieb mehr... ach, ich wäre gerne bei Euren Gesprächen dabei gewesen, dann könnte ich vllt. mitreden *ggg*
Gibt es ein neues intersexuelles Pärchen? Oh, ich bin so neugierig!
Isch hab' Eusch lieb!!!!
Aber warum werden "wir" entsexualisiert? Ich persönlich habe keinen Sex - leider. Schade dat. Ich habe Sex nie auf Geschlechter bezogen, sondern lediglich auf zwei Menschen, die
Gibt es ein neues intersexuelles Pärchen? Oh, ich bin so neugierig!
Isch hab' Eusch lieb!!!!
interlife (Gast) - 10. Aug, 10:44
ja hallo grobi,
mit entsexualisierung meinte ich eigentlich hauptsächlich wie wir untereinander auf den treffen miteinander umgehen. vielleicht ist es ja auch ein mechanismus der aktiviert wird wenn man unter dauerumarmungsbelastung kommt. hihi
komplizierte sache, ich muss dir das mal f2f erklären.
das treffen war ganz wunderbar. ich zumindest hatte meinen spaß, genug zu trinken und zu essen und jede menge nette Leute um mich herum. Was will man mehr im Leben?
Du hast gefehlt, hoffentlich sieht man sich bald wieder.
mit entsexualisierung meinte ich eigentlich hauptsächlich wie wir untereinander auf den treffen miteinander umgehen. vielleicht ist es ja auch ein mechanismus der aktiviert wird wenn man unter dauerumarmungsbelastung kommt. hihi
komplizierte sache, ich muss dir das mal f2f erklären.
das treffen war ganz wunderbar. ich zumindest hatte meinen spaß, genug zu trinken und zu essen und jede menge nette Leute um mich herum. Was will man mehr im Leben?
Du hast gefehlt, hoffentlich sieht man sich bald wieder.
Sinnlicher Zwitter (Gast) - 17. Aug, 10:18
Wenn wir denn endlich mal drüber reden....
Ich bin von Kopf bis Fuss : TRISEXUELLER Mensch....und geniesse es. Peinlich? Nee, mir nicht.
Vielen Dank für den schönen Beitrag.
Vielen Dank für den schönen Beitrag.

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