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Freitag, 31. März 2006

Schwanzvergleich

Ein Leben in unserer Gesellschaft bedeutet, dass man einem ständigen Vergleichen und Reflektieren unterliegt:
Wer ist besser, größer, kleiner, dünner, dicker dümmer, intelligenter, gut-aussehender, hässlicher, lustiger, trauriger, lauter, leiser,....
Eigentlich zähle ich zu jender Sorte Mensch, die solche Vergleiche auf's Äußerste vermeidet, doch selbstkritisch wie ich bin, habe ich heute entdeckt, dass auch ich zu den "Vergleichern" gehöre. Meine Vergleiche sind:
- Wer ist intelligenter
- Wer ist lauter
- Wer ist besser als ich

Nun ja, jetzt ist mir das aufgefallen... und jetzt? Auch egal. Ich habe Angst, dass meine Praxisnote kein 'Sehr Gut' ist, (ich bin mit meinen Leistungen so gar nicht zufrieden) denn das würde heißen, dass ich nicht 'sehr gut' bin und was ist schon eine Lehrer wert, der nicht 'sehr gut' ist?
Ich will nicht zum Durchschnitt gehören, ich will besser sein als andere, doch zur Zeit gelingt mir das noch nicht so ganz.
Das versuche ich schon mein ganzes Leben, manchmal mit mehr und manchmal mit weniger Erfolg.

Ich habe an der PA ein Seminar über Geschisterkonselationen. Etwas, dass mich schon sehr interessiert, aber das was ich dort gehört habe konnte ich nicht so recht glauben.
Erstgeborene sind besser in der Schule und Ehrgeiziger und sowieso meistens besser.
Ich war der Meinung, dass das nicht stimmen kann, denn meine Schwester schätze ich als definitiv ehrgeiziger und intelligenter ein.
Aber nach langem Grübeln ist mir jetzt klar geworden, dass da doch etwas dran ist bzw. war.
Ich funktioniere auf einer anderen Ebene als meine Familie. Ich funktioniere nicht wie "Frau", was mir auch meine Ausbildungslehrerin zu verstehen gegeben hat. Denn, ich spreche anscheined auch nicht wie eine Frau und meine monotone Stimmlage entspricht auch nicht dem femininen Idealbild (sie meinte, sie würde mir das nicht vorwerfen -> kein Kommentar). Mir ist das mehr als recht so, aber da ist mir klar geworden, dass ich mich doch niemals mit einer Frau vergleichen darf/kann, auch wenn es auf geistiger Ebene ist.
Weiblicher und männlicher Ehrgeiz sind ganz verschiedene Sachen. Intersexueller Ehrgeiz ist wieder etwas ganz anderes. So gesehen bestand mein Ehrgeiz immer darin, soviel wie möglich über alles zu wissen, was mir wichtig erscheint und mich nicht mit Noten mit anderen zu vergleichen (die genauso nicht aussagekräftig sind, wie verbale Beurteilungen), wo ich wieder beim Anfang dieser Geschichte bin. Ein Wissen, dass sich nicht vergleichen, bestimmen und katalogisieren lässt, sondern einfach meines ist.

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C. Araxe - 31. Mrz, 19:13

Das haben Sie jetzt aber schön beschrieben, dass Sie unvergleichbar sind. *g*
Ja, auch wenn man die Vergleichsmöglichkeiten anzweifelt und die Wertmaßstäbe, die angelegt werden soundso - trotzdem vergleicht man. Ich sehe darin allerdings keinen so großen Widerspruch, sondern eher ein Zeichen von Selbstreflexion. Und Ehrgeiz, vor allem sich selbst gegenüber, ist gewiss nicht das Schlechteste. Bisher hatte ich mir darüber allerdings noch nie allzuviel geschlechtsspezifische Gedanken gemacht. Ja, schon klar, das typische Karrieredenken ist doch sehr männlich geprägt, aber Karriere würde ich nur als relativ kleinen Aspekt sehen, was Ehrgeiz betrifft. Und eigentlich geht es auch mehr um Perfektionismus, würde ich mal behaupten. Die Frage ist dann nur, in welchen Bereichen man das sein möchte, wenn man denn die entsprechenden Neigungen hat. Das berufliche Feld ist hierbei sicher noch die einfachste Variante, da man da leichter feststellen kann, ob man die Anforderungen bestmöglichst erfüllen kann, auch wenn hierbei wieder mindestens drei Richtungen zu verordnen sind. Die Anforderungen, die man sich selbst stellt (bei Perfektionisten sind dies oft die höchsten, da vielmals oft weniger Einsatz ausreichend wäre). Die gegnüber seiner Firma etc,, was ja nicht nur Vorgesetzte betrifft, sondern sich auch im Vergleich zu Kollegen bemerkbar macht (fällt natürlich weg, wenn man vollkommen selbstständig arbeitet). Und die gegenüber der Zielgruppe, die die Arbeit "konsumiert". Ich denke, man kann bei dem letzten Punkt sämtliche Arbeit doch gleich setzen, sei es nun im sozialen oder im kommerziellen Bereich.
Ich kann abschließend jedenfalls nur noch mal betonen, dass ich es sehr gut finde, wenn jemand mit vollem Einsatz dabei ist, bei dem, was er tut. Ein paar Abstriche gibt es meinerseits inzwischen zwar schon, was das Berufliche betrifft. Ich weigere mich mittlererweile bis zum Letzten zu gehen. Weniger, weil das auch etwas mit Ausbeutung zu tun hat (was ja auch der Fall ist, wenn man beruflich selbstständig ist), sondern mehr dann doch etwas Resignation beinhaltet, dass dieses Zuviel gar nicht verlangt wird, nicht verstanden wird, aber das alles immer noch in dem Rahmen, dass ich selbst damit zufrieden sein kann. Und wie gesagt, da ich selbst da auch recht hohe Ansprüche habe, mangelt es nicht an Anerkennung. Das ist in meinem Bereich gegenüber anderen aber nicht unbedingt vergleichbar. Kommerziell verwertete Kreativität ist doch nicht so dicht am Menschen dran wie bei Ihnen. Und ja, etwas Egoismus spielt da auch eine Rolle - meine sozusagen private Kreativität ist mir auch (wieder) sehr wichtig.

interlife - 31. Mrz, 20:36

ja und sie haben vielleicht erst schön kommentiert, frau araxe! hehe

im moment kann ich ihnen nicht sinnvoll und sinnwertig kommentieren, darum belasse ich es und tu es erst heute zu einem späteren zeitpunkt.
C. Araxe - 31. Mrz, 20:56

Hehe. Was ist das denn für ein Kommentar!
interlife - 31. Mrz, 21:27

ja das ist ein nichts-sagender kommentar, weil ich auf ihren langen kommentar nicht auf die schnelle antworten kann.

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