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Freitag, 30. September 2005

Ermordung von Kindern

Es wühlt mich immer wieder auf. Ich kann nich auffhören darüber Informationen zu sammeln. Zu schockierend ist die Tatsache, dass es in Österreich eine gesetztliche Regelung gibt, die es erlaubt Kinder mit Behinderungen, auch wenn sie überlebensfähig sind, bis quasi vor der ersten Wehe abzutreiben. Auch intersexuelle Menschen wird ein Recht auf Leben nicht zugesprochen.

Die gesetzliche Regelung in Österreich erlaubt eine eugenische Indikation und sieht so aus:


Nach § 97 (2) ist ein Schwangerschaftsabbruch außerdem dann straffrei, "wenn er zur Abwendung einer nicht anders abwendbaren ernsten Gefahr für das Leben oder eines schweren Schadens für die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren erforderlich ist oder eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde, oder die Schwangere zur Zeit der Schwängerung unmündig gewesen ist und in allen diesen Fällen der Abbruch von einem Arzt vorgenommen wird."


Die meisten Kinder denen das Recht auf Leben verwehrt bleibt sind jene mit dem Down Syndrom. Aber auch Kindern mit körperlichen Behinderungen (z.B. Klinefelter oder Turnersyndrom) können bis vor der Geburt getötet werden.

Kaum zu glauben? Hier kann man es nachlesen.


Mittlerweile ist es wirklich so weit, das wir in einer designten Gesellschaft leben. Mütter suchen die Samenbank auf und suchen sich ihr Kind nach den Eigenschaften des Spenders aus. Die Pränataldiagnostik gibt uns Aufschluß darüber ob ein Kind wertvoll für unsere Gesellschaft ist und schaltet unwertes Leben einfach aus. Das Gesetzt unterstützt das ganze dann auch noch.

Ich dachte immer, dass das dritte Reich 1945 besiegt wurde, aber da habe ich während meines Geschichtestudiums wohl nicht gut aufgepasst.
Eugenik ist heute aktueller denn je und doch sollten wir alle gelernt haben was für fatale Folgen dieser Irrtum der Wissenschaft für die Menschheit hatte.

Ich fordere eine Abänderung dieses Gesetztes und ein Verbot der pränatalen Untersuchung!

_______________________________
Links:
- Rauch-Kallat: Eugenische Indikation ist eine "Schande für Österreich"
- Pränataldiagnostik
- Eugenik
- Schwangerschaftsabbruch
- Präimplantationsdiagnostik - Hilfe für Betroffene oder neue Eugenik?
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Sehr schlimm finde ich auch, dass Kinder mit einem "kosmetischen" Manko, also Lippen und Gaumenspalte getötet werden. Und ich dachte immer, dass die heute so gut operriert werden und man das darum nie mehr sieht.....
Perverse Welt.
Also an alle mit Hasenscharten: Ihr habt auch keine Lebensberechtigung mehr. Willkommen im Club.

Statistik

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http://livingintersex.twoday.net/stories/1020422/modTrackback

Arne (Gast) - 30. Sep, 21:47

Ja, ich finde dies auch grauenhaft und menschenverachtend, zumal ich ein Down-Syndrom Bruder habe, und für mich sagen kann, dass Menschen mit dieser "Behinderung" ein Geschenk für uns alle darstellen!

Zu keinem meiner Geschwister habe ich eine intensivere und vielschichtigere Beziehung, als zu meinem kleinen Bruder Ron ( ich habe 10 Geschwister) der mit dem Down-Syndrom auf die Welt kam; im Volksmund auch Mongolismus genannt.

Ich finde allein schon die Etikettierungen bescheiden und unzureichend für all jene Menschen, die unter einer "Anomalie ihrer Erbanlagen leiden“. Als unsere Familie mit Ron beschenkt wurde war ich gerade zehn Jahre alt geworden. Und ich sage ausdrücklich beschenkt wurde, denn anders kann man das Zusammenleben mit Ron nicht umschreiben.

Es ist ein Geschenk des Himmels an der Seite eines solchen Menschen leben zu dürfen. Natürlich fordert ein mongolides Kind weitaus mehr Zeit, Hingabe, Aufmerksamkeit und nicht zuletzt auch Liebe – aber man bekommt viel mehr Liebe von einem "Sonnenkind" zurück als man diesem als „normaler“ Mensch zu geben imstande ist.

Ron ist heute 27 Jahre und Kind geblieben und wird dies auch immer bleiben – worum ich ihn übrigens häufig beneide, den er hat sich etwas bewahrt (in seiner "Behindeurng"), was wir Erwachenden fast ausnahmlsos verloren habe - ein kindliches Gemüt!

Mein kleiner Bruder lebt oft in seiner eigenen Welt, ohne allerdings von der unsrigen abgekanzelt zu sein. Er ist sozusagen ein Wanderer zwischen zwei Welten und häufig kommt es mir so vor, als durchschaue er uns besser als wir ihn! So nimmt Ron die Gefühle seiner Mitmenschen weitaus intensiver wahr, als dies „normale“ Menschen für gewöhnlich können. Überdies spürt mein kleiner Bruder sofort, wenn er von jemanden abgelehnt wird, auch wenn dieser sich ihm gegenüber gespielt höflich verhält.

Es gibt kein unwertes Leben,
aber verdammt viel unwerte "Medizin"!

interlife - 30. Sep, 22:01

dem ist nichts mehr hinzuzufügen. :)
romy (Gast) - 1. Okt, 12:53

zu ergänzen gibts da wirklich nichts mehr
ich finde es echt schlimm, wenn ich darüber nachdenke und nachgedacht habe, war es immer eine art existenzangst, denn was man mir damit "indirekt" mitteilt, ist dass ich nicht sein darf. das hat zu manchen zeiten echt zu einer inneren verzweiflung geführt.
irgendwie scheint die menschheit nicht zu verstehen, dass es keine perfekten menschen gibt, dass wir das was die natur uns gibt, ruhig annehmen können. stattdessen werden menschen kreiert, die letztlich alle perfekt sind, alle gleich sind, alle sind doch im endeffekt STROHDOOF, unfähig, menschliche Gefühle in aller Tiefe zu empfinden. Kein Leid, keine SOrgen bedeutet auch keine Freude, kein Mitgefühl, keine Nähe, kein Mensch, kein Lebewesen mehr. Retorten lassen grüßen, die AIs sind nicht mehr fern.

interlife - 1. Okt, 13:37

Da geht es mir genau gleich wie dir. Es wird einem suggeriert, dass man keine Lebensberechtigung hat. Das löst bei mir eine Beklemmtheit und Existenzängste aus.
Warum frage ich mich?
Bin ich für diese Gesellschaft unnütz, weil ich unfruchtbar bin oder liegt es daran, dass eine Frau keine Hoden haben darf (auch wenn sie im Körperinneren liegen).
Wirtschaftlich gesehen ist eine Abtreibung natürlich sinnvoll, den ich koste viel viel weniger wenn ich Tod bin. Genauso ist es mit den Downis, den Hasenscharten, den Turnersyndrom-Kindern, anderen Trisomie-Kindern und noch viele viele mehr.
Es kostet den Staat wahrscheinlcih einfach zuviel. Darum entledigt man sich uns besser vor der Geburt.
He, ich hab echt das Gefühl im Dritten Reich zu leben.
Wohin soll diese Entwicklung noch gehen?
Q-fleck - 1. Okt, 13:05

Ich finde das Thema mit den Abtreibungen immer schwer. Denn der Staat hat jawohl gar nicht das Recht, zu entscheiden, wer, wann und wie abtreiben darf. Also entweder wird es ganz strikt verboten (und somit "Mord" genannt) oder es wird in die Verantwortung der Mutter gestellt, die dann ja auch mit den Schuldgefuehlen leben muss.

EIne Entscheidung zu machen zwischen "wertem" und "unwertem" Leben, wie es ja anscheinend in Oesterreich geschieht, ist allerdings echt das Allerletzte !! Jeder Mensch hat doch schliesslich dieselben Rechte (oder so sollte es zumindest sein)...heisst das dann ewa dass Menschen mit einem Handicap, oder einer sogenannten "Anomalie" keine Menschen mehr sind ? Diese Frage sollte man den Gesetzgebern mal stellen...

-Q

interlife - 1. Okt, 13:27

Irgendwei führt dieses Gesetz die Frage "Ab wann ist ein Mensch ein Mensch?" abadsurdum. Denn ist jetzt ein noch nicht geborenes Kind im neunten Monat weniger Mensch als ein frühgeborenes Kind im achten Monat?
Ich glaube, dass das sorgar Verfassungswidrig ist wenn man die Grundgechte des österreichischen Bürgers unter die Lupe nehmen würde.

Österreich und seine NS-Leichen.... Dazu wird dieses Land wohl nie stehen.

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