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Freitag, 27. April 2007

Was will ich?

,fragte ich mich heute und ich wollte mir keine Antwort geben.

Was kann ich tun?
Was will ich tun?
Was wird geschehen?
Was wird nicht geschehen?
Was wird aus mir werden?
Was wird aus mir nicht werden?

Manchmal frage ich mich, ob ich jemals aus der Pupertät heraus gekommen bin, oder ob ich irgendwo zwischen Pickel und erstem Zungenkuss in einer Zeitschleife hängen geblieben bin. Was tun, wenn man nicht weiter weiß? Rat auf Draht anrufen? Nein, denn mein scherzhaftes leben wäre das Paradoxon unter den Scherzanrufen. Es gibt nur eine Lösung und die ist wie keine Lösung, denn sie ist einschneident, total, extrem, lebensverändernd, aus der Bahn werfend und verfolgt sogar eine bestimmte Todesabsicht. Wer weiß wo dies noch Enden wird. Auf alle Fälle im Tod, der einzigen Konstanten auf dem Karusel, das wir Leben nennen. Wir rauschen dahin, zu schnell um einen Punkt zu fixieren, zu schnell um uns an etwas zu binden um etwas zu verändern. Versuchen wir es wird uns zwangsläufig schwindlig. Übelkeit steigt in einem hoch und ergießt sich in Form von halbverdauten Frühstücks auf das gaffende Publikum, dass uns beim Leben zuschaut und wartet, bis es selber an der Reihe ist: Karuselfahren bis zum bitteren Ende!

Was will ich?
Will ich Liebe?
Will ich Zärtlichkeit?
Will ich den verständnisvollen Dr. Sommer, der in Wirklichkeit eine Frau ist?
Will ich, dass dies alles vorbei ist?
Will ich aus diesem Sumpf heraus?
Will ich ein neues, anderes, besseres Leben?
Ja!
Aber wo gibt es das? Etwa in jedem siebten Ei? Ein Lotterielos? Rubbeln, bis man an einer Rubbelrückstandvergiftung stirbt? Ja der Tod, der Tod ist einfach, denn der Tod ist unausweichlich, der Tod kommt einfach und dann ist man tot und wenn man tot ist kann man nichts mehr an dieser Situation enden und überhaupt und sowieso muss jeder Mensch sterben. OK, die kryonisch Eingefrorenen haben vielleicht noch ne Chance, aber irgendwann werden die von Borfrost aufgekauft und landen dann als "Organic Meat" auf unseren Tellern. Naja, auf alle Fälle empfinde ich es als sehr beruhigend, dass jeder von uns früher oder später den Löffel abgeben muss, denn vor dem Tod sind wir alle gleich, er kommt zu jedem, macht vor keinem halt und nimmt uns mit, den einen früher und den anderen später, aber er kommt! Und das ist so was von klar wie Klosbrühe und wie gesagt, das ist sehr beruhigend, denn es trifft jeden von uns. Das ist nicht wie Zwitter sein, da kommst nämlich auf die Welt und hast den Job als Hauptattraktion als Freakshow auf einem Jahrmarkt gewonnen und das ist überhaupt nicht normal, so wie der Tod, nicht jeder darf die Hauptattraktion in einer Freakshow auf einem Jahrmakrkt sein. Ich zum Beispiel würde gerne tauschen und wäre lieber ein ganz normaler Mann, der Frauen in lauen Frühlingsnächten flachlegt und mit seinem Muskelbergen im Vollrausch anderen Trunkenbolden aufs Maul gibt. Aber ja, das Leben ist eben nicht wie der Tod, da hat man nicht die eine Option, da kriegst was aufgebrummt, so wie Hausübungen oder Schulungen im AMS. Das musst dann einfach so hinnehmen und damit leben und wenn dich beklagst ist es dann auch nicht recht. Dann heißt es nämlich, dass man nicht jammer darf, dass man stark sein muss und andere haben es ja noch viel schlechter erwischt und überhaupt und sowieso soll man froh sein, dass man gesund ist, man soll doch nur mal an die armen Kinder in der dritten Welt denken, die verhungern (Nestlé ist schuld).

Darf ich mich überhaupt beklagen?
Gibt es überhaupt etwas zu beklagen?
Ist es einfach so weiterzuleben?
Ist der komplizierte weg auch zangsläufig der bessere Weg?
Wer hat eigentlich die Theorie in die Welt gesetzt, dass man nur gut lebt, wenn man glücklich ist?

Ich wäre auch gerne glücklich, ich würde gerne herzhaft lachen und kein aufgesetztes Lachen aus mir herausdrücken. Ich wäre gerne ich, ich möchte so leben, wie ich bin, aber ich bin eben feig und weil ich so feig bin, werd ich wohl auch nie glücklich sein können. Ich weiß nicht, wann ich mich zum letzten Mal so richtig gut und fit gefühlt habe. Einen Tag hatte an dem ich nicht mit argwohn mein Spiegelbild betrachtet habe. Einen Tag, an dem ich nicht mit einem Druck auf der Brust aufgewacht bin und mein Herz schon früh morgens schwer war.
Ich will endlich wieder Leben können.

Darf ich überhaupt leben?
Konstanten sind so einfach, so schön, so absolut und endgültig. Sie sind Türen hinter denen wahrscheinlich ein besseres Leben auf uns wartet, doch weil wir so feig sind, wagen wir es nicht diese Tür auzustoßen und wählen statt desse ein unglückliches und widerwärtiges Leden.

Ende.

20° (1)

Nur sehr langsam lichtete sich der Nebel vor meinen Augen, als ich aus diesem lagen, traumlosen Schlaf erwachte. "Bin ich Tod?", fragte ich mich? Es war dunkel und langsam kehrte das Leben wieder in meinen geschundenen Körper zurück. Ich begann wieder zu fühlen, zu riechen, zu hören und zu schmecken.
Vorsichtig begann ich die nähere Umgebung zu erforschen, bewegte meine Finger, ertastete was mich gerade berührte.
Nein, ich war nicht Tod. Ich lag in einem Bett. Als ich versuche meine Arme in Richtung Kopf zu heben, um mich an der Schläfe zu krazen, blockiert plötzlich etwas meine Bewegung. Um meine Handgelenke hatten sie Fesseln gelegt.
Die scheinen ja wirklich Angst zu haben, dass ich mir nochmals etwas antue, wobei es ihnen doch scheißegal sein kann. Nicht einmal über sein eigenes Leben darf man heute noch verfügen.
Ich atmete tief ein, doch mein atmen wurde jäh von einem stechenden Schmerz in meiner Kehle unterbrochen. "Ach ja, das habe ich ganz vergessen...", seufzte ich leise vor mich hin. "Nicht einmal über das eigene Leben..."
Die Erinnerungen holten mich wieder ein....

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