180°
Dann, wenn man denkt, dass es vorbei ist, es nichts mehr zu sagen gibt und man glaubt an einen Punkt zu kommen, von dem an sich nichts mehr ändern wird, ja dann kann man sicher sein, dass das Karusell von neuem Schwung bekommt. Sich wieder beginnt zu drehen und seine jauchzenden Passagiere hoch in den Wind jagt.
Vor einem Monat habe ich den Entschluss gefasst hier nicht weiter zu bloggen. Meine armen Leser wissen ja, dass ich schon einige Bloggentzüge hatte, aber keiner war so endgültig wie der letzte. Ich schien wirklich an einem Ende angekommen zu sein.
Doch nun ist wieder alles anders. Oftmals konntest du, mein aufmerksamer Leser, zwischen den Zeilen herauslesen, dass ich in meiner Rolle als "weiblicher Zwitter" (ich hasse diesen Begriff), nicht sehr glücklich war, aber was blieb mir anderes übrig als in diesem Zustand zu verbleiben? Egal wie brav ich auch Testosteron schmiere, aus mir kann aufgrund meiner kompletten Androgenresistenz kein Ivan werden.
Drei Wochen ohne zu bloggen vergingen und es ging mir nicht einmal ab, ich war glücklich und zufrieden. Ich beschäftigte mich nicht mehr mit der Thematik und es ging mir gut so.
Vor einer Woche hatte ich dann wieder einen dieser interlifschen Anfälle, vielleicht lage es auch am vielen Testo, vielleicht auch daran, dass ich wirklcih drei Wochen lang nicht mehr zwanghaft versuchte stumpfsinnige Beiträge zu verfassen. Auf jeden Fall brach es aus mir heraus und zwar so stark wie noch zuvor: Diese unglaubliche Unzufriedenheit, diese Frustration als Frau wahrgenommen zu werden, diesen weiblichen Körper zu haben.
In kleinen Schritten tastete ich mich voran. Besuchte verstohlen Transmännerforen, musste mir aber permanent schmerzlich klar machen, dass ich nie so sein kann. Ich nie Bartwuchs haben werde. Ich nie MANN sein könnte. Ach, wie tat das weh! Und wiedereinmal begann ich mein Schicksal als gegeben hinzunehmen. Seit langem hatte ich wieder einmal das Gefühl die Arschkarte gezogen zu haben.
Und dann passierte es. Ein Ausweg, eine Möglichkeit an die bisher scheinbar kaum jemand gedacht hat, weil diesen Weg vielleicht auch noch nie jemand mit meiner Diagnose gegangen ist und weil es auch nicht ungefährlich ist. Es ist möglich durch das Hormon DHT auch mit CAIS eine Vermännlichung hervorzurufen. Die Frage ist nur mit welchem Ergebnis. Noch dazu ist dies nicht ungefährlich: Alle Haare könnten mir ausfallen!
Nun bin ich hin und her gerissen, grüble und grüble und werde dies auch noch die nächste Zeit tun. Wiege ab was dafür und was dagegen spricht. Furcht contra Befreiung.
- Ich bin jung.
- Ich könnte neu anfangen.
- Ich könnte endlich so sein, wie ich sein sollte.
- Ich habe Angst.
- Mein so schönes fades Leben würde total aus den Fugen geraten.
Ich meld mich wieder. Scheinbar bekommt das Leben genau dann eine Wendung, wenn man es am wenigsten erwartet.
Wie's weitergeht und was ich nun tun werde, ob ich überhaupt etwas tun werde, lass ich euch fürs erste wieder aus meinem Blog erfahren.
Grüße,
Interlife
Vor einem Monat habe ich den Entschluss gefasst hier nicht weiter zu bloggen. Meine armen Leser wissen ja, dass ich schon einige Bloggentzüge hatte, aber keiner war so endgültig wie der letzte. Ich schien wirklich an einem Ende angekommen zu sein.
Doch nun ist wieder alles anders. Oftmals konntest du, mein aufmerksamer Leser, zwischen den Zeilen herauslesen, dass ich in meiner Rolle als "weiblicher Zwitter" (ich hasse diesen Begriff), nicht sehr glücklich war, aber was blieb mir anderes übrig als in diesem Zustand zu verbleiben? Egal wie brav ich auch Testosteron schmiere, aus mir kann aufgrund meiner kompletten Androgenresistenz kein Ivan werden.
Drei Wochen ohne zu bloggen vergingen und es ging mir nicht einmal ab, ich war glücklich und zufrieden. Ich beschäftigte mich nicht mehr mit der Thematik und es ging mir gut so.
Vor einer Woche hatte ich dann wieder einen dieser interlifschen Anfälle, vielleicht lage es auch am vielen Testo, vielleicht auch daran, dass ich wirklcih drei Wochen lang nicht mehr zwanghaft versuchte stumpfsinnige Beiträge zu verfassen. Auf jeden Fall brach es aus mir heraus und zwar so stark wie noch zuvor: Diese unglaubliche Unzufriedenheit, diese Frustration als Frau wahrgenommen zu werden, diesen weiblichen Körper zu haben.
In kleinen Schritten tastete ich mich voran. Besuchte verstohlen Transmännerforen, musste mir aber permanent schmerzlich klar machen, dass ich nie so sein kann. Ich nie Bartwuchs haben werde. Ich nie MANN sein könnte. Ach, wie tat das weh! Und wiedereinmal begann ich mein Schicksal als gegeben hinzunehmen. Seit langem hatte ich wieder einmal das Gefühl die Arschkarte gezogen zu haben.
Und dann passierte es. Ein Ausweg, eine Möglichkeit an die bisher scheinbar kaum jemand gedacht hat, weil diesen Weg vielleicht auch noch nie jemand mit meiner Diagnose gegangen ist und weil es auch nicht ungefährlich ist. Es ist möglich durch das Hormon DHT auch mit CAIS eine Vermännlichung hervorzurufen. Die Frage ist nur mit welchem Ergebnis. Noch dazu ist dies nicht ungefährlich: Alle Haare könnten mir ausfallen!
Nun bin ich hin und her gerissen, grüble und grüble und werde dies auch noch die nächste Zeit tun. Wiege ab was dafür und was dagegen spricht. Furcht contra Befreiung.
- Ich bin jung.
- Ich könnte neu anfangen.
- Ich könnte endlich so sein, wie ich sein sollte.
- Ich habe Angst.
- Mein so schönes fades Leben würde total aus den Fugen geraten.
Ich meld mich wieder. Scheinbar bekommt das Leben genau dann eine Wendung, wenn man es am wenigsten erwartet.
Wie's weitergeht und was ich nun tun werde, ob ich überhaupt etwas tun werde, lass ich euch fürs erste wieder aus meinem Blog erfahren.
Grüße,
Interlife
interlife - 21. Apr, 00:46
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