Beim Arzt am See
Den so gefürchteten Arztbesuch habe ich - man glaubt es kaum - hinter mich gebracht und ja - ich habe es wirklich überlebt.
Als ich heute Morgen aus dem Bett kroch war mir, wie nicht anders zu erwarten, total übel, aber ich schaffte es mich zu überwinden und machte mich auf den Weg nach Bregenz. Der Termin war auf ein Uhr angesetzt und ich war natürlich schon um zwanzig vor zwölf am See. Ohne lange zu überlegen kaufte ich eine Schachtel Zigaretten und qualmte, in der Hoffnung mich wieder zu beruhigen, in Kettenrauchermanier drauflos. Die Seepromende entlang spazierend, wurde mir wieder klar weshalb ich so eine Aversion gegen diesen Ort habe. Diese perfekten Blumenbeete und diese perfekten Yachten und diese fröhlichen Menschen! Bahhhh, ich muss wohl wirklich irgendwie mit dem Grinch verwandt sein. Die Suche nach der Praxis gestaltete sich denklich einfach. Auf Anhieb fand ich hin, aber ich war immer noch eine Stunde zu früh dran. Ganz in der Nähe befanden sich einige Cafes und so fröhnte ich dem Koffein und Nikotingenuss in rauen Mengen. Mein Herz pochte wie wild und meine Hände waren feuchter als der Amazonas. Ich schwitzte vor Panik! Der Versuch per kontolliertem tiefen Ein- und Ausatmen meinen Herzschlag wieder auf einen normalen Puls zu drosseln scheiterte kläglich. Langsam aber sicher näherte ich mich einem Herzinfakt! Ich Hosenscheißer!
Um viertel vor eins machte ich mich dann entgültig auf den Weg zur Praxis. Mir war klar, dass es sich nur um ein Besprechungsgespräch (so wie weiße Schimmel und blaue Blaubeeren) handeln würde und ich ganz bestimmt nicht mit einem Rezept in der Hand wieder zur Tür hinausmarschiere. Trotzdem war da ein Funke Hoffnung und meine Gedanken durften sogar ein bisschen Achterbahn fahren. Aber naja - ich bin eben ein Utopist.
In der Praxis verlangte die Arzthelferin nach meiner E-Card. Ja, das ist die Karte auf der gespeichert wird was und wer ich bin. Zumindest sagen das die Verschwörungstheoretiker. Zu meine Überraschung funktionierte sie, hehe, da sieht man mal was für ein gesunder Mensch ich doch eigentlich bin, denn ich habe diese grüne Mitgliedskarte der Krankenkasse (ich bin VIP) noch nie benutzt.
Dann warten auf den Doktore mit der Kettensäge und anschließende Amputation aller vier Extremitäten. In meinem Kopf spielte die Melodie vom weißen Hai, wenn er sich seinem Opfer nähert. Plötzlich ging die Tür auf - er stand vor mir und....
.... lächelte. Na wenigstens etwas. Ein äußerst sympathischer Herr. Nicht so wie meine vorherige Äztin die mich unentwegs an die ähh.... wie heißt die fette Wikingerbraut nochmal die so unheimlich laut singt, dass man meinen könnte sie leide Todesqualen? Er hatte auf jeden Fall keine langen blonden Zopf. Seit ich 14 bin hasse ich lange blonde Zöpfe bei Ärzten. Man möge es mir verzeihen. (Ach ja, jetzt weiß ich wieder wen ich meinte: Die Walküre, wenn sie wirklich sie heißt.)
Ein bisschen Smalltalk (immer diese Amnese!) und dann legte ich los. Ich erzählte ihm alles. Meine Vorgeschichte, meine Diaganose, meine Erfahrungen mit anderen Ärzten, mein Anliegen, meine Bedenken, meine Bitte, meine Hoffnungen. Er fragte nach, war interessiert UND er will mir helfen. Nein, er WIRD mir helfen.
Der aktuelle Lage ist nun die: Er wird sich schlau machen und sich beim Netzwerk informieren (lassen), dann nimmt er Kontakt mit mir auf und wir schauen wie es mit der Testogeschichte verlaufen soll.
Hey, der meint das wirklich ernst! Der nahm mich sogar ernst und stempelte mich nicht als unmündigen, verblödeten und neurotischen Patienten ab.
Es gibt sie also doch: Ärzte, die ihre Menschlichkeit noch nicht verloren haben. Man muss nur lange genug suchen.
Als ich heute Morgen aus dem Bett kroch war mir, wie nicht anders zu erwarten, total übel, aber ich schaffte es mich zu überwinden und machte mich auf den Weg nach Bregenz. Der Termin war auf ein Uhr angesetzt und ich war natürlich schon um zwanzig vor zwölf am See. Ohne lange zu überlegen kaufte ich eine Schachtel Zigaretten und qualmte, in der Hoffnung mich wieder zu beruhigen, in Kettenrauchermanier drauflos. Die Seepromende entlang spazierend, wurde mir wieder klar weshalb ich so eine Aversion gegen diesen Ort habe. Diese perfekten Blumenbeete und diese perfekten Yachten und diese fröhlichen Menschen! Bahhhh, ich muss wohl wirklich irgendwie mit dem Grinch verwandt sein. Die Suche nach der Praxis gestaltete sich denklich einfach. Auf Anhieb fand ich hin, aber ich war immer noch eine Stunde zu früh dran. Ganz in der Nähe befanden sich einige Cafes und so fröhnte ich dem Koffein und Nikotingenuss in rauen Mengen. Mein Herz pochte wie wild und meine Hände waren feuchter als der Amazonas. Ich schwitzte vor Panik! Der Versuch per kontolliertem tiefen Ein- und Ausatmen meinen Herzschlag wieder auf einen normalen Puls zu drosseln scheiterte kläglich. Langsam aber sicher näherte ich mich einem Herzinfakt! Ich Hosenscheißer!
Um viertel vor eins machte ich mich dann entgültig auf den Weg zur Praxis. Mir war klar, dass es sich nur um ein Besprechungsgespräch (so wie weiße Schimmel und blaue Blaubeeren) handeln würde und ich ganz bestimmt nicht mit einem Rezept in der Hand wieder zur Tür hinausmarschiere. Trotzdem war da ein Funke Hoffnung und meine Gedanken durften sogar ein bisschen Achterbahn fahren. Aber naja - ich bin eben ein Utopist.
In der Praxis verlangte die Arzthelferin nach meiner E-Card. Ja, das ist die Karte auf der gespeichert wird was und wer ich bin. Zumindest sagen das die Verschwörungstheoretiker. Zu meine Überraschung funktionierte sie, hehe, da sieht man mal was für ein gesunder Mensch ich doch eigentlich bin, denn ich habe diese grüne Mitgliedskarte der Krankenkasse (ich bin VIP) noch nie benutzt.
Dann warten auf den Doktore mit der Kettensäge und anschließende Amputation aller vier Extremitäten. In meinem Kopf spielte die Melodie vom weißen Hai, wenn er sich seinem Opfer nähert. Plötzlich ging die Tür auf - er stand vor mir und....
.... lächelte. Na wenigstens etwas. Ein äußerst sympathischer Herr. Nicht so wie meine vorherige Äztin die mich unentwegs an die ähh.... wie heißt die fette Wikingerbraut nochmal die so unheimlich laut singt, dass man meinen könnte sie leide Todesqualen? Er hatte auf jeden Fall keine langen blonden Zopf. Seit ich 14 bin hasse ich lange blonde Zöpfe bei Ärzten. Man möge es mir verzeihen. (Ach ja, jetzt weiß ich wieder wen ich meinte: Die Walküre, wenn sie wirklich sie heißt.)
Ein bisschen Smalltalk (immer diese Amnese!) und dann legte ich los. Ich erzählte ihm alles. Meine Vorgeschichte, meine Diaganose, meine Erfahrungen mit anderen Ärzten, mein Anliegen, meine Bedenken, meine Bitte, meine Hoffnungen. Er fragte nach, war interessiert UND er will mir helfen. Nein, er WIRD mir helfen.
Der aktuelle Lage ist nun die: Er wird sich schlau machen und sich beim Netzwerk informieren (lassen), dann nimmt er Kontakt mit mir auf und wir schauen wie es mit der Testogeschichte verlaufen soll.
Hey, der meint das wirklich ernst! Der nahm mich sogar ernst und stempelte mich nicht als unmündigen, verblödeten und neurotischen Patienten ab.
Es gibt sie also doch: Ärzte, die ihre Menschlichkeit noch nicht verloren haben. Man muss nur lange genug suchen.
interlife - 18. Jul, 17:37
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Schlachtplan

Jetzt schon bei