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Donnerstag, 13. Juli 2006

On the Road to Testo

Ok, ich habe nun diesen Termin bei diesem Arzt in dieser Stadt an diesem See. Und ich mag weder die Stadt noch den See dort. Ich HASSE Bregenz! Man möge es mir verzeihen, aber das ist eine Lokalität, die in mir einfach jedes mal äußerstes Unbehagen auslöst.

Natürlich bin ich sehr skeptisch. Ehrlich gesagt habe ich überhaupt keine Hoffnung, dass ich Testosteron oder sonst etwas bekommen. Ich werde wieder leer ausgehen und weiter suchen und kämpfen müssen. Vielleicht ist diese Einstellung aber auch ein Selbstschutz. Die enttäuschenden Niederlagen im letzten Jahr hatten mich schwer zurückgeworfen. Für Wochen war ich am Boden zerstört und wusste nicht mehr weiter. Diesmal soll mir das nicht passieren. Diesmal gibt es keine Enttäuschung, denn ich stelle mich schon darauf ein, dass mir wieder einmal nicht geholfen werden kann, weil Intersexualität doch viel zu selten ist und sich ja niemand damit auskennt.
Naja, ein weiterer Arzt, der meine Krankenakte bekommt und sie sich übers Bett hängt, mir aber nicht weiter geholfen hat.

Ehrlich gesagt habe ich Angst und in Gedanken an nächsten Dienstag wird mir wie immer Speiübel.
Pfuiteifl, warum muss ich auch so panische Angst vor Ärzten haben. Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für "Medizinierphobie"?

Showdown am Rasen

Es ist die fünfzehnte Minute. Verschwitzt und röchelnd stehen sich die beiden Rivalinen gegenüber. In ihren Augen spiegelt sich die blanke Mordslust wieder. Zwischenstand: 2:9
Nur noch ein Tor fehlt der Fußballgöttin (sie nennt sich wirklich so) um wieder einmal ihre Macht für die nächsten 100 Jahre zu legitimieren, doch ihre schnaubenden, schwitzende und spuckende Gegnerin ist noch nicht Tod.
Noch pulsiert das Blut in ihren Adern und verkocht in ihren Muskeln zu blanker Energie (HA HA). Die Fußballgöttin holt aus und will den Ball mit voller Wucht Richtung Tor schleudern, als ihre Gegenspielerin eine Millisekunde früher ausholt und ihren Fuss auf den Ball zu knallt um ihn in die entgegengesetzte Richtung zu katapultieren.
Ein Krach, ein Schrei. Das schmetternde Geräusch von aufeinanderprallenden Knochen! Der Ball spickt unkontrolliert noch rechts, meine Kniescheibe nach links. Nochmals ein knacksen - sie springt jetzt wohl wieder zurück - und ich sinke geschlagen mit schmerzverzerrten Gesicht zu Boden und sehe nur noch Rot. Die Hände ins Gras krallend schreie ich als ob man mich bei lebendigem Leibe überm lodernden Feuer grillen würde. Und sie hat wieder gesiegt und ihre unbestrittenden Stellung als Fussballgöttin für die nächsten 100 Jahre wieder bestätigt.

Da soll noch mal einer sagen, dass Sport kein Mord sei.
Wenn doch nur endlich das Eis den Schmerz ein wenig mildern würde. AUA

Living Intersex?!

Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

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