Donnerstag, 11. Mai 2006

Egoterror II

Schon als ich auf der Schwelle zu diesem Raum stand wusste ich, dass diese Geschichte nicht gut für mich enden würde. Es hing dieser gewisse Gestank in der Luft, der mich wissen ließ, dass ich diesen Raum nicht mehr lebend verlassen würde. Plötzlich ein Ruck - ich werde hineingestoßen, die Türe fest versprerrt. Es gibt kein Entrinnen mehr. Kein Schreien, kein Klagen und kein Schlagen kann jetzt noch etwas an der Tatsache ausrichten, dass das das Ende ist.
Nein, ich hätte nicht gedacht, dass ich das Ende des Ganges erreiche, nicht bei dem Schwindel, bei diesem Selbsthass und dieser perversen Art der Selbstverstümmelung, die ich betrieben hatte. Doch ich hatte es geschaft. Plötzlich stand ich da und wusste nicht wie mir geschieht. Ein Blick genügte und ich wusste, dass das Ende auch ein Ende hat. Es ist, als würde man das Spiegelbild des Spiegelbildes im Spiegelbild betrachten. Eine unendliche Reflexion der Reflexion. Ein Trugbild, dass in sich selbst ein Trugbild war.
Nach Stunden hysterischem Geschrei hatte ich keine Lust mehr mich mit mir und der Tür zu beschäftigen und beschloss meine Aufmerksamkeit von der Tür auf den Raum zu lenken.
Er war so, wie ich ihn mir immer vorgestellt hatte. So, wie ich in mir in jedem meiner Albträume ausgemalt hatte. So, wie er schon immer war und auf mich gewartet hatte.
Die blutroten Tapeten schälten sich schon seit Jahren von den Wänden ab. Schon am ersten Tag, als der Raum geschaffen wurde, hatten sie begonnen sich abzuschälen. Dahinter kam eine gelblich-braune Wand zum Vorschein, an der dieser penetrante Geruch hing, der einfach nicht aus der Nase zu bekommen war. Von der Nase schlug er mir auf den Magen. Ein Brechreiz überkam mich und ich kotzte. Kotzte in nicht endenwollenden Schwällen auf den verklebten, dreckigen, stinkenden Teppichboden, der mit der Scheiße toter Tiere eingeschmiert war.
Aus den Augenwinkeln versuchte ich die Beleuchtung ausfindig zu machen, doch es gab keine. Das dämmrige Licht schien durch die Wände durchzukommen. Was war überhaupt hinter diesen Wänden. Was pochte da? Was war das für ein Geschrei, was für ein Lärm? Ich wusste es, doch ich war zu feige den Gedanken zu Ende zu denken. Ich wusste es, das genügte. Manche Gedanken waren nicht dazu da zu Ende gedacht zu werden.
Und dann sah ich es. Es war nur ein Schatten in einer Ecke. Schwarz und schon lange auf mich wartend. Seit dem Tag meiner Geburt stand es in dieser Ecke und wartete auf mich. Wartete darauf mich endlich zu kriegen. Jetzt hatte es mich. Ich war nicht mehr länger ich. Mein Eigentümer hatte mich wieder.

Egoterror

Die Welt dreht sich zu schnell, ich kann nicht mehr mithalten. Schneller, SCHNELLER! Alles dreht sich und ich versuche noch verzweifelt das Gleichgewicht zu halten, wohlwissend, dass ich mich für den Aufprall gefasst machen muss. Es schlägt mich links und rechts. Ich bin betrübt und glücklich. Gestresst und beruhigt. Mein Herz zerreist in tausend Stücke, weiß nicht wie es schlagen soll. Ich quetsche es - Blut spritz - und ich taumle. Wohlwissend, dass ich das Ende dieses Ganges nicht ohne Wunden erreichen werde. Ich schneide in mein Herz. Tief, ja, noch tiefer! Die Wunde klappt auseinander. Warmes Blut, dass nicht zum Fließen geschaffen wurde fließt nun. Es fließt über meine Hand, meinen Arm entlang zur Schulter. Es bahnt sich seinen Weg meinen Oberkörper herab bis es die Hüfte erreicht und fließt in langsamen, warmen Störmen Richtung taumelnder Erde. Ein Schrei, ein Tropfen! Es ist nicht zum Fließen geschaffen! Ein Aufprall - Ein Spritzer! Mein Herz zerbricht. Die Wunde klappt zusammen. Return to the beginning. Bitte zurückspulen im Eiltempo! So kann es immerhin nicht gehen und die schwarze Laus verkriecht sich wieder ein der warmen, weichen und dunklen Leber. So soll es sein. Kein Mucks. Nur Schweigen und Leiden und Taumeln.
Das Herz - es schlägt - ungewollt meinen Rythmus, den ich ihm in aufzwinge. Doch wie lange kann ein Herz sich unterordnen? Was, wenn es beschließt anders zu schlagen, es seinen Rythmus schlagen will oder noch schlimmer - gar nicht mehr schlagen will, weil es so schlecht behandelt wurde?

Interlife's Psychose

Wieder einmal suchen mich meine Aggressionsschübe und seelischen Selbstverstümmelungsanfälle heim.
Letzten Dienstag ging es sogar so weit, dass ich in der PA einen Anfall bekommen habe und mit der Faust auf das Schwarze Brett einschlug, nachdem auch das zweite Seminar ausfiel, für das ich extra, obwohl total fertig, am Morgen aufgestanden war. Lautstark verkündete ich, was ich denn von dieser besch**** Anstalt halte und eine Studienkollegin neben mir versuchte mich ganz schockiert zu beruhigen. Aber das Fass war voll. Es wurde sogar noch besser! Mein Nachmittagsseminar, das anscheinseinend von Literatur handeln soll, uferte in eine Diskussion von Geschlechterrollen und der Diskriminierung der Frau aus. Ich, eh schon eine stink Wut im bauch, (ich wusste gar nicht, dass man echt Magenschmerzen bekommt wenn man sich so aufregt, aber es nicht rauslässt), hatte nach qualvollen 15 Minuten die Schnauze voll. Es brach einfach aus mir heraus und mit recht aggressivem Ton verkündete ich meine Meinung von dieser Geschlechterklassifizierung und dass ich nicht bereit war irgend eine Rolle anzunehmen.
Jetzt hält mich mein Semester geschlossen für lespisch, was ich wiederum als sehr amüsant erachte, denn jetzt bin ich die lespische Kampfemanze von der PA. Wenn die wüsten, was eigentlich wirklich los ist! Naja, wer weiß, vielleicht räume ich nächsten Mittwoch mit diesem Mythos der jetzt um mich entsteht die nächste Woche auf und mache reinen Tisch, wenn es wieder um diese dämlichen Geschlechterrollen geht.

Morgen habe ich meine Monsterprüfung, aber irgendwie kümmert mich das nicht. Ich lerne nicht mehr. Wenn's klappt ok, sonst ist es mir auch egal. Ich bin einfach nicht in der Verfassung zu lernen. Meine Konzentration lässt das zu Zeit einfach nicht zu. Selbst wenn ich mich zwinge schweife ich ständig ab und bemerke erst immer viel zu spät, dass ich gar nicht bei der Sache bin. Egal. Vielleicht reicht mein Wissen (ich bin ja sehr interessiert) und im Seminar hab ich immerhin auch immer aufgepasst.

Aber mein wirklich wahres großes schlimmes Problem ist ein anderes:
Mein Computer hat beschlossen nach all den Jahren seiner treuen Dienste sich in den Himmel der Elektrogeräte zu begeben um in höheren Sphähren mit Bit und Byte eins zu sein.
Seit einigen Wochen vernehme ich nun schon ein schwaches Schnauben, doch jetzt schnaubt er nicht mehr nur, wenn ich Photoshop oder sonst eine Last starte. Nein er schnaubt sogar, wenn ich gar nichts tue. Der Prozessorlüfter scheint dem Geräusch nach bald abzuheben.
Was mache ich nur ohne PC? Das wäre ja so, als ob man mir die Luft zum Atmen nehmen würde!
Ich könnte nicht mehr arbeiten, nicht mehr schreiben, nicht mehr chaten. Einfach rein gar nichts mehr!
Aber wer kann es dem kleinen schon verübeln? Wer hat heute überhaupt noch eine Antiquitäte wie ein 300 MHZ PCchen in der Wohnung stehen und verlangt ihm noch solche Spitzenleistungen ab wie ich?
Studieren ist echt das letzte, man lernt Schwachsinniges und hat kein Geld. Das kann's doch wirklich nicht mehr sein.

Living Intersex?!

Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

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