Momentan bin ich zur Abwechslung einmal wirklich stolz in Österreich zu leben, denn dieses Land hat einen großartigen Radiosender bei dem auch großartige Menschen arbeiten, die sich ganz großartig für andere großartige Menschen wie
Alex einsetzten.
FM4 hat das Recht sich selbst zu loben.
Hier zwei aktuelle Links:
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ausgelobt!
interlife - 6. Apr, 22:35
audio und video
Jetzt ist's vorbei mein Praktikum und ich darf ENDLICH meine Osterferien genießen, die ich jetzt wirklich bitter nötig haben, denn mit den Nerven bin nun wirklich am Ende.
Es waren angstrengende zwei Wochen, die zum Großteil aus Erziehen und Disziplinieren und nicht dem Unterrichten (eigentliche Aufgabe der Schule) bestanden haben.
Meine letzte Stunde heute endete wieder einmal im Chaos. Mein Quecksilberhaufen ist wie immer völlig durchgeknallt und ausgeflippt, also ließ ich sechs Jungs noch für ne Stunde länger in den Genuss meiner angenehmen Anwesenheit kommen. Ich bin zu gutmütig und absolut inkonsequenzt. Noch immer bin ich der Meinung, dass das Schüler-anschreien und in den Senkel stellen nicht so ganz meins bin. Das kostet mich eine gute Praktikumsnote, aber was solls... Irgendwann werde ich auch noch zu jemanden, der eine Schreckensherrschaft führt, so wie es meine Ausbildner von mir erwarten.
Es war ein seltsamer letzter Tag. Ein Tag, der mich sehr traurig und nachdenklich stimmt. Als nach der großen Pause alle wieder in das Schulgebäude stürmen bleibt ein kleiner Junge zurück. Bekümmert sitzt er auf der Mauer und Tränen kullern unter seiner großen Brille die Backen herunter.
Er ist anders als die anderen. Intelliegent, höfflich, sensibel und der Kleinste der Klasse. Das macht in angreifbar und zum Ausenseiter. In den Pausen schubsen sie ihn rum, witzeln über ihn und machen ihn fertig. Nun saß er da wie ein Häufchen Elend in Tränen aufgelöst und schluchzte, dass er nie wieder in die Schule gehen will, nie wieder in diese Klasse will und sich umbringen will.
So ein süßer Fraz, noch so klein und solchen Kummer und solche Sorgen.
Er ist kein Einzelfall:
Stefan sitzt weinend alleine in der Klasse. Er ist zur Pause nicht hinausgegangen, denn er will lieber alleine sein. Bekümmert und in Tränen kauert er auf dem Boden und hämmert seinen Kopf mit voller Wucht gegen die Wand.
"Das Leben hat keinen Sinn mehr! Keiner liebt mich! Am besten bringe ich mich um!"
Stefan ist ein Scheidungskind. Seine Mutter versucht so gut wie möglich für ihn zu sorgen, doch wenn einmal sein Vater vergisst anzurufen geht für Stefan eine Welt unter.
Auch er ist anders und wird von den anderen Kindern ständig angegriffen. "Du scheiß Psycho!" verspottet in Sebi. Stefan bricht im Gang heulend zusammen.
Als ich das Schulgebäude verlasse kommt es zu einer Szene wie in einem schlechten Hollywoodfilm: Zwei Schülerinnen stehen auf dem Hof und schreien ganz traurig "Auf Wiedersehen Frau T.!" Leider hatte ich kein weißes Taschentuch um das ganze noch mehr zu dramatisieren. hihi
Durchgängig will keine der Studentinnen mehr im nächsten Semester an diese Schule. Ich irgendwie schon. Es gefällt mir, auch wenn der Job wirklich eine Herausforderung ist, die ich bisher selbst total überschätzt habe.
Willkommen in der Realität!
interlife - 6. Apr, 19:57
teaching life