Ich glaube sie lebt nicht mehr. Auf Emails reagiert sie auf jeden Fall nicht mehr und ich bin zu feige um anzurufen.
So ist das eben mit den Internetbekanntschaften.
Auf einmal sind sie weg. Irgendwie mache ich mir sorgen und irgendwie auch nicht. Was wenn? Ich habe sie kaum gekannt und auf der einen Seite haben wir und doch sehr sehr gut gekannt. Eben sehr einseitig. Was mach ich nur...
Vielleicht rufe ich nächste Woche an.
Todgesagte leben bekanntlich länger, aber man kennt ja mein Gefühl, dass sich leider nur sehr selten täuscht.
Es ist extrem wie emotionslos ich das ganze angehe.
Es ist mir wurscht und auf der einen Seite hasse ich mich, weil es mir so egal ist. Es darf doch nicht egal sein.
Jetzt beende ich dieses Gestottere aber. Gibts doch nicht!
interlife - 31. Mrz, 21:37
Bla
Mal wieder ein kleines Erlebnis aus dem Schulalltag:
Ich weiß nicht wie es in anderen deutssprachigen Regionen so ist, aber hier ist der Begriff "Zwitter", oder im Dialekt auch "Zwick", ein häufiges verwendetes "Schimpfwort" von Jugendlichen für Abartiges oder "Freaks". Irgendwie verbinden sie es aber auch mit etwas Unbekannten und Geheimnisvollen. Sie haben ja noch nie einen gesehen - glauben sie.
Letzte Woche hospitierte ich in einer der "schwierigen" Klassen. Es war Geschichte und die Lehrerin sprach was "Männern und Frauen" und verschluckte dabei aber das 'und'. Da meinte einer der Integrationsschüler "Was? MännerFrauen? HA HA!" und alle im Chor "Jo klar, hast noch nie was von nem Zwick gehört! hehe!". Bis wieder halbwegs Ruhe einkehrte dauerte es so einige Minütchen. Ich saß hinten und lächelte vor mich hin und notierte mir die Namen der ausflippenden Schüler. Mir, als gestandener Zwitter war das reichlich wurscht. Ich konnte gut damit leben und bezog das nicht mehr auf mich, aber dann dachte ich mir, wie es wohl einem Jugendlichen gehen würde, der intersexuell ist, davon weiß und jeden Tag so etwas miterleben muss.
Es wäre auch sicher für erwachsene Intersexuelle nicht leicht zu ertragen, wenn sie Probleme mit der Thematik hätten, aber ein junger Mensch?
Wie sinnvoll ist es also einem Jugendlichen von seiner Intersexualität zu erzählen, wenn in der Schule solche Sprüche geklopft werden? Ich hätte mich damals sicher weg getan oder zumindest wäre ich ein Fall für die Geschlossene gewesen.
interlife - 31. Mrz, 20:54
Bla
Ein Leben in unserer Gesellschaft bedeutet, dass man einem ständigen Vergleichen und Reflektieren unterliegt:
Wer ist besser, größer, kleiner, dünner, dicker dümmer, intelligenter, gut-aussehender, hässlicher, lustiger, trauriger, lauter, leiser,....
Eigentlich zähle ich zu jender Sorte Mensch, die solche Vergleiche auf's Äußerste vermeidet, doch selbstkritisch wie ich bin, habe ich heute entdeckt, dass auch ich zu den "Vergleichern" gehöre. Meine Vergleiche sind:
- Wer ist intelligenter
- Wer ist lauter
- Wer ist besser als ich
Nun ja, jetzt ist mir das aufgefallen... und jetzt? Auch egal. Ich habe Angst, dass meine Praxisnote kein 'Sehr Gut' ist, (ich bin mit meinen Leistungen so gar nicht zufrieden) denn das würde heißen, dass ich nicht 'sehr gut' bin und was ist schon eine Lehrer wert, der nicht 'sehr gut' ist?
Ich will nicht zum Durchschnitt gehören, ich will besser sein als andere, doch zur Zeit gelingt mir das noch nicht so ganz.
Das versuche ich schon mein ganzes Leben, manchmal mit mehr und manchmal mit weniger Erfolg.
Ich habe an der PA ein Seminar über Geschisterkonselationen. Etwas, dass mich schon sehr interessiert, aber das was ich dort gehört habe konnte ich nicht so recht glauben.
Erstgeborene sind besser in der Schule und Ehrgeiziger und sowieso meistens besser.
Ich war der Meinung, dass das nicht stimmen kann, denn meine Schwester schätze ich als definitiv ehrgeiziger und intelligenter ein.
Aber nach langem Grübeln ist mir jetzt klar geworden, dass da doch etwas dran ist bzw. war.
Ich funktioniere auf einer anderen Ebene als meine Familie. Ich funktioniere nicht wie "Frau", was mir auch meine Ausbildungslehrerin zu verstehen gegeben hat. Denn, ich spreche anscheined auch nicht wie eine Frau und meine monotone Stimmlage entspricht auch nicht dem femininen Idealbild (sie meinte, sie würde mir das nicht vorwerfen -> kein Kommentar). Mir ist das mehr als recht so, aber da ist mir klar geworden, dass ich mich doch niemals mit einer Frau vergleichen darf/kann, auch wenn es auf geistiger Ebene ist.
Weiblicher und männlicher Ehrgeiz sind ganz verschiedene Sachen. Intersexueller Ehrgeiz ist wieder etwas ganz anderes. So gesehen bestand mein Ehrgeiz immer darin, soviel wie möglich über alles zu wissen, was mir wichtig erscheint und mich nicht mit Noten mit anderen zu vergleichen (die genauso nicht aussagekräftig sind, wie verbale Beurteilungen), wo ich wieder beim Anfang dieser Geschichte bin. Ein Wissen, dass sich nicht vergleichen, bestimmen und katalogisieren lässt, sondern einfach meines ist.
interlife - 31. Mrz, 00:39
teaching life