Donnerstag, 7. Juli 2005

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Hier eine kleine Geschichte.
Das Gerücht - Eduard Breimann

Kindertränen und Genitalmetzger

Wieder einmal habe ich im Internet ein paar Statements von meinem Lieblinsmediziner Dr. R. (harharhar) gefunden, der seit neustem über wahrsagerische Kräfte verfügt, wenn es um die geschlechtliche Identitätsentwicklung von intersexuell Neugeborenen geht!
Übrigens: Nicht alle Innsbrucker Ärzte sind so katastrophal. Es gibt auch einige wenige sehr gute Mediziner, denen ich über den Weg traue!

Quelle: TILAK Pressemitteilung Intersexualität

Intersex, die große Unbekannte


Hinter diesem Wort verbirgt sich die Tatsache, dass bei einem Menschen keine eindeutige Geschlechtszuordnung erfolgen kann. Pro Jahr trifft das in Österreich bei 20 bis 25 Neugeborenen zu.

Knapp achtzigtausend Geburten zählt man insgesamt per anno in Österrreich und in der Regel ist es klar, ob es sich bei den neuen Erdenbürgern um ein Mädchen oder einen Buben handelt. Wenn das nicht so ist, stellt sich die große Frage, ob Intersexen aus diagnostischer oder chirurgischer Sicht optimal betreut werden können oder ob bestenfalls von einer optimierten Betreuung gesprochen werden kann. Sicher ist nur, Intersexualität bedarf ärztlicherseits eines Teams von erfahrenen Spezialisten wie Pädiater, Kinderendokrinologen, Genetiker, Kinder-urologen, -chirurgen, -psychologen, Jugendgynäkologen, Sexualmediziner und andere mehr. Eine derartige medizinische Infrastruktur gibt es in Österreich – unter anderem in Innsbruck - nur an sehr wenigen Zentren. Das ist aber für diese Anzahl an Neugeborenen im Lande mit nicht eindeutiger Geschlechtszuordnung ausreichend.

Trans ist nicht Inter

Das Erkrankungsbild Intersexualität darf nicht mit der Transsexualität verwechselt werden. Bei letzterer ist ein normal entwickeltes äußeres Genitale vorhanden, aber die Betroffenen fühlen sich in ihrer Geschlechterrolle nicht wohl und streben daher eine chirurgische Umwandlung ihres Genitales an. Andererseits resultieren viele so genannte Problemfälle der Intersexualität aus Unwissenheit, Mangel an Erfahrung, falschen Entscheidungen und nicht optimal geführten operativen Eingriffen. Dabei sind die heutigen chirurgischen Methoden in der Lage, ein primär nicht vollkommen entwickeltes äußeres Genitale in die männliche oder weibliche Richtung zu rekonstruieren. „Es ist aber nur eine Rekonstruktion, die lediglich versuchen kann, der natürlichen Erscheinung so nahe wie möglich zu kommen“, räumt Univ.-Prof. Dr. Christian Radmayr von der Innsbrucker Univ.-Klinik für Urolologie ein und oft unterscheidet sich zudem der Operationserfolg aus Sicht des Arztes wesentlich von der Einschätzung der Familie eines Intersexen.

Der erste Schritt entscheidet

Bei Verdacht auf Intersexualität eines Neugeborenen müssen die Geburtshelfer umgehend Kontakt mit einem Zentrum herstellen, in dem die medizinische Betreuung gewährleistet ist. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die richtige Therapieentscheidung auf Basis moderner, internationaler Standards erfolgt, die vor allem auch die Mitwirkung der Eltern einbindet, sodass individuell ausgerichtete patientenbezogene Maßnahmen gesetzt werden. „Der erste Schritt ist der entscheidende. Alle in der Geburtshilfe tätigen Kolleginnen und Kollegen müssen für die Intersexproblematik sensibilisiert sein und Bescheid wissen, an welches Zentrum sie sich wenden können“, präzisiert Christian Radmayr, Leiter der Abteilung für Kinderurologie an der Innsbrucker Medizinuniversität. Heute ist es nämlich durch moderne molekularbiologische Methoden möglich, mit großer Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, ob sich ein Genitale, das operativ in eine Richtung korrigiert wurde, in der Pubertät auch tatsächlich in dieser Form als männlich oder weiblich entwickelt.

Das Gesetz als Hemmschuh

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für den chirurgisch tätigen Kinderurologen der juridische Aspekt, da der Arzt, der eine Operation durchführt, nach schadenersatzrechtlichen Bestimmungen für den Eingriff haftet. Das ist deshalb von Bedeutung, weil die Operation in der Regel zu einem Zeitpunkt stattfindet, in dem der Punkt der Selbstbestimmung nahezu ausgeschlossen ist und eben die Fremd-bestimmung durch die Eltern dominiert. Damit ein derartiger Eingriff rechtlich als Heilbehandlung angesehen wird, ist es von entscheidender Wichtigkeit, die Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung der geschlechtlichen Identität so gering wie möglich zu halten. Fehlt diese relative Sicherheit, könnte es dazu kommen, dass sich kaum mehr ein Kinderurologe findet, der einschlägige Operationen an Patienten vornimmt, die (noch) nicht selbstbestimmungsfähig sind.


Statements von Univ.-Prof. Dr. Christian Radmayr, Leiter der Abteilung für Kinderurologie an der Innsbrucker Universitätsklinik für Urologie:

„Der Operateur sollte unmittelbar nach der Geburt eines Intersexen in die Beratung der Eltern mit einbezogen werden.“

„Sollten vorhandene Mutationen dem intersexuellen Erscheinungsbild zugrunde liegen, kann eine entsprechende Untersuchung mehrerer Familienmitglieder erfolgen und vorsorglich eine hinreichende genetische Beratung durchgeführt werden.“

„Die Zentren und die dort tätigen Ärzte müssen selbstverständlich einer ständigen Qualitätskontrolle unterzogen werden.“



Jedesmal wenn ich wieder solche Kommentare von Dr. R. lese fällt mir dieses kleine Mädchen ein, dass mit mir das Zimmer in der Kinderurologie damals teilte, und wie es die ganze Nacht vor lauter Schmerzen leise durchwimmerte. Muss das wirklich sein? Wie kann man einem Kind so etwas antun? Österreich befindet sich immer noch im Mittelalter.

Living Intersex?!

Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

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