Donnerstag, 10. März 2005

Worte eines Kastrators....

Ich bin wütend, wütend, wütend und nochmals wütend.
Soeben habe ich eine Äußerung meines Arztes, der mich mit 11 kastriert hat, gelesen.


"Von den 80.000 Kindern, die in Österreich jährlich geboren werden, betrifft das etwa 25", weiß Univ.-Prof. Dr. Christian Radmayr, Leiter der Abteilung für KinderUrologie an der Innsbrucker Medizin-Universität. Intersexualtität hat mehrere Gesichter: Da gibt es beispielsweise Buben (sehr wohl mit XY Chromosomen), bei denen sich der Hoden vielleicht im Bauchraum befindet, der Hodensack ausschaut wie große Schamlippen und der Penis sehr, sehr klein und eingewachsen ist und mit einer vergrößerten Klitoris verwechselt werden könnte. Schuld daran kann ein Enzymdefekt sein, auf Grund dessen Betroffene bis zur Pubertät zu wenig wirksames Testosteron bilden. "Ab der Pubertät aber wird das männliche Hormon über längere Zeit ausreichend gebildet, es findet eine Vermännlichung statt."


Es gibt aber auch Intersexen, die genetisch Männer sind, wohl auch Hoden haben, aber keinen Penis, dafür einen wohlgeformten weiblichen Busen, aber keine Gebärmutter (testikuläre Feminisierung). Wildt: "Diese Menschen empfinden weiblich, die Hoden produzieren auch Testosteron, aber das ist nicht wirksam."


Dann gibt es Mädchen (mit XX-Chromosomen), die mit einem in männliche Richtung entwickeltem äußeren Genital geboren werden. Radmayr: "Dabei handelt es sich um einen angeborenen Enzymdefekt in den Nebennieren, der auch zu einem Salzverlust führt, der tödlich enden kann."


Daher sei rechtzeitige Diagnose und Therapie in diesen Fällen sogar lebensrettend. Aber auch wo keine Lebensgefahr besteht, ist eine Therapie ungeheuer wichtig: "Denn es ist schon sehr, sehr schlimm, wenn man als Bub geboren und als Mädchen großgezogen wird." Wie es bei Erik(A) passiert ist. Was heute kaum mehr passiert: dass intersexuelle Kinder nicht erkannt werden.


Die Therapie reicht von hormoneller Behandlung bis zu chirurgischen Wiederherstellung. "Chirurgisch ist man heute in der Lage, ein primär nicht vollkommen entwickeltes äußeres Genitale in die männliche oder weibliche Richtung zu rekonstruieren", schildert Radmayr. Moderne molekularbiologische Methoden machen es zudem möglich, mit großer Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, ob sich ein Genitale, das operativ korrigiert wurde, in der Pubertät auch tatsächlich als männlich oder weiblich entwickelt.


"Sehr wichtig ist auch", so Radmayr, "dass Intersexen von erfahrenen Spezialistenteams betreut werden. Dazu gehören Pädiater, Kinder-Endokrinologen, Genetiker, Kinder-Urologen, -chirurgen, -psychologen, -gynäkologen, Sexualmediziner und andere."
(vlg. http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=r&ressort=rw&id=466103)

Aufgrund seines doch so fürsorglichen Spezialteams habe ich ein Kindheitstrauma.
So denkt also die medizinische Welt über Intersexualität in Österreich und dieser Dr. R. gilt als Koryphäe, wenn es um die Verstümmelung von kleinen Kinder geht.
Wie nennt man so einen Menschen? Inhumaner Schlachter?

Jetzt werde ich mal die Säbel wetzen gehen und meine Kampfausrüstung anziehen. Ich weiß nicht, wie lange ich da noch zusehen will.

Einzelgängertum und sich der eigene Alpha Wolf sein.

Vor zwei Tagen habe ich mit einer Momesexuellen über, das unter uns anscheinend weit verbreitete, "one solider army" - Syndrom gesprochen.

Auch ich gehöre zu diesen einzelgängerischen Wölfen (nicht, dass ich es nicht gern wäre) und ich hab mir mal Gedanken gemacht, was die Gründe dafür sind.

Soweit ich mich erinnern kann, bin ich schon im Kindergarten ein ziemlicher Einzelgänger gewesen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mit meinen Hausschuhen über den Parkett schlitterte und Eislaufen spielte. Die Kindergartentante kommt und sagt: "Jetzt spiel doch mal mit den anderen Kindern!" Warum sollte ich? Ich hab ja meinen größten Spaß, wenn ich alleine spiele.
HMMM. Ich hab im Kindergarten nur einmal Puppen gespielt. Da hab ich mich aber dann so ertappt gefühlt, dass ich es nie wieder getan habe.
Am liebsten bin ich eigentlich in der Bücherecke gesessen oder habe Puzzles gelöst.
Ich bin ein ziemlicher Eigenbrötler, soweit ich das beurteilen kann.
Zwar habe ich viele Freunde, mit denen ich jedes Wochenende auf den Putz haue, aber am liebsten bin ich für mich allein. Genauso ist es mit Beziehungen. Ich fühl mich eingeengt und unwohl, hab das Gefühl einen Klotz am Bein zu haben. Trotzdem sehne ich mich oft nach diesem Klotz und wenn ich ihn habe schau ich, dass ich ihn schnell wieder loswerde.

Vielleicht hab ich misanthropische Züge, aber ein Menschenhasser bin ich trotzdem nicht. Ich liebe die Einsamkeit, denn dann bin ich für mich und kann sinnieren und mir über das Nichts Gedanken machen. Ganz offen und ehrlich: Ich bin ein ganz komischer Kauz, aber ich stelle nicht den alleinigen Anspruch auf das "Komischmenschleinsein". Ich kenne genügend andere Leute die noch komischer sind!

Und die Moral von der Geschicht, Einzelgänger ist man oder nicht.
Für meinen speziellen Fall. Im Kindergarten wollte ich mit den Jungen spielen und durfte nicht, weil ich ein Mädchen war. Mit den Mädchen wollte ich aber nicht spielen, weil ich Puppen hasste.
Also spielte ich alleine und auch heute spiele und kämpfe ich noch immer am liebste alleine.

Naja, heute lassen mich die Männer mitspielen, sind aber immer ganz vorsichtig, weil ich doch ne Frau bin.

Living Intersex?!

Zwischen weiblich und männlich liegt die Unendlichkeit!

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