So war es mal... (Teil 1)
Es ist der Sommer 1998. Ich bin 14 Jahre alt und in wenigen Wochen werde ich von der Hauptschule auf die HTL wechseln. Ein entscheidender Lebensabschnitt. Aber wie entscheidend er ist, würde ich erst viel später erkennen.
Ich stehe im Badezimmer und putze mir die Zähne. Es ist ein Abend wie jeder andere und ich putze so dahin ohne mir etwas dabei zu denken.
Meine Mama kommt ins Bad. Ein ernster Blick. Sie scheint über etwas wichtiges sprechen zu wollen.
"Ich muss mit dir über etwas reden!"
"Was denn?", frage ich nichtsahnend.
"Du hast ja bis jetzt deine Tage noch nicht bekommen...."
"... Ja, ja, mach dir keine Sorgen ich bin eben etwas später als die anderen dran. "
Ich sehe wie sie tief Luft holt. Jeden Moment müssen ihre Lungen platzen. So viel Luft kann kein normaler Mensch inhalieren.
Sie legt los.
"Nein, du wirst deine Tage nicht bekommen, und aus diesem Grund habe ich einen Termin beim Frauenarzt für nächste Woche für dich vereinbart..."
"Hä? W I E S O??? (nimmt Mama Drogen?)"
"Tja, ähm...dir fehlen die inneren Organe dazu. "
Ich greife mir an meinen Bauch. Keine inneren Organe? Sie nimmt wohl wirklich starke Drogen.
"Du hast keine Gebärmutter und keine Eierstöcke"
Plötzlich bekommen die Arztbesuche, Computertomographien und Operationen einen Sinn.
"Aber du darfst es keinem erzählen. Sie würden es nicht verstehen. Wie geht es dir jetzt?"
"Ähm, heißt das, dass ich keine Kinder bekommen kann und niemals meine Tage bekomme?"
"Ja, genau. " (mittleidiger Blick)
"Naja, ist ja nicht so schlimm oder? Soll schlimmeres geben. "
"Echt? Ich bin ja so froh, dass du das so positiv aufgenommen hast."
Ich ging schlafen. Legte mich ins Bett. Ich glaube ich fand das echt nicht so schlimm. Aber irgendwie wusste ich, dass das nur die halbe Wahrheit war.
Arztbesuch:
Irgend eine Ärztin, die mir auf anhieb unsympathisch ist quatscht mich mit weiteren Lügen voll. Untersucht mich (Ach wie peinlich) und lächelt mich auch noch so scheiß freundlich dabei an.
Im Auto:
"Ist das jetzt nich ein unheimlicher Schock für dich?"
"Ne, wieso, irgendwie wusste ich doch schon immer, dass es so ist. "
Es stimmt, ich wusste wirklich schon immer, dass ich meine Tage nie bekommen würde. Das ich irgendwie anders war.
Wochen später:
Meine Eltern und Geschwister sind nicht da.
Ich dursuche das ganze Haus, irgendwo müssen sie doch irgendwelche Briefe oder ähnliches mit meiner genaueren Diagnose versteckt haben.
Und ich finde ihn, den Brief der Briefe vom genetischen Institut in Innsbruck vom Jahre 1984. Geschrieben auf einer feinen Schreibmaschine ohne einen einzigen Tipfehler.
Schön. Da stand.
XY Chromosomensatz
testikuläre Feminisierung
wird sich immer als Mädchen fühlen
Genoaden sollten vor der Pupertät entfernt werden. (Was zum Teufel sind Genoaden fragte ich mich)
Und noch anderes Zeug wie, meine Eltern sollten sich keine Sorgen machen und anderes Blabla.
DAS war echt ein vorschlaghammermäßiger Schlag ins Gesicht.
War ich etwa ein Zwitter? War ich ein Junge? Was war ich zum Teufel? Ich dachte mein Kopf wüde jeden Moment platzen.
Ich saß im Badezimmer mit diesem Brief und wimmerte nur leise vor mich hin. Ich verstand die Welt nicht mehr.
Fortsetzung folgt.
Ich stehe im Badezimmer und putze mir die Zähne. Es ist ein Abend wie jeder andere und ich putze so dahin ohne mir etwas dabei zu denken.
Meine Mama kommt ins Bad. Ein ernster Blick. Sie scheint über etwas wichtiges sprechen zu wollen.
"Ich muss mit dir über etwas reden!"
"Was denn?", frage ich nichtsahnend.
"Du hast ja bis jetzt deine Tage noch nicht bekommen...."
"... Ja, ja, mach dir keine Sorgen ich bin eben etwas später als die anderen dran. "
Ich sehe wie sie tief Luft holt. Jeden Moment müssen ihre Lungen platzen. So viel Luft kann kein normaler Mensch inhalieren.
Sie legt los.
"Nein, du wirst deine Tage nicht bekommen, und aus diesem Grund habe ich einen Termin beim Frauenarzt für nächste Woche für dich vereinbart..."
"Hä? W I E S O??? (nimmt Mama Drogen?)"
"Tja, ähm...dir fehlen die inneren Organe dazu. "
Ich greife mir an meinen Bauch. Keine inneren Organe? Sie nimmt wohl wirklich starke Drogen.
"Du hast keine Gebärmutter und keine Eierstöcke"
Plötzlich bekommen die Arztbesuche, Computertomographien und Operationen einen Sinn.
"Aber du darfst es keinem erzählen. Sie würden es nicht verstehen. Wie geht es dir jetzt?"
"Ähm, heißt das, dass ich keine Kinder bekommen kann und niemals meine Tage bekomme?"
"Ja, genau. " (mittleidiger Blick)
"Naja, ist ja nicht so schlimm oder? Soll schlimmeres geben. "
"Echt? Ich bin ja so froh, dass du das so positiv aufgenommen hast."
Ich ging schlafen. Legte mich ins Bett. Ich glaube ich fand das echt nicht so schlimm. Aber irgendwie wusste ich, dass das nur die halbe Wahrheit war.
Arztbesuch:
Irgend eine Ärztin, die mir auf anhieb unsympathisch ist quatscht mich mit weiteren Lügen voll. Untersucht mich (Ach wie peinlich) und lächelt mich auch noch so scheiß freundlich dabei an.
Im Auto:
"Ist das jetzt nich ein unheimlicher Schock für dich?"
"Ne, wieso, irgendwie wusste ich doch schon immer, dass es so ist. "
Es stimmt, ich wusste wirklich schon immer, dass ich meine Tage nie bekommen würde. Das ich irgendwie anders war.
Wochen später:
Meine Eltern und Geschwister sind nicht da.
Ich dursuche das ganze Haus, irgendwo müssen sie doch irgendwelche Briefe oder ähnliches mit meiner genaueren Diagnose versteckt haben.
Und ich finde ihn, den Brief der Briefe vom genetischen Institut in Innsbruck vom Jahre 1984. Geschrieben auf einer feinen Schreibmaschine ohne einen einzigen Tipfehler.
Schön. Da stand.
XY Chromosomensatz
testikuläre Feminisierung
wird sich immer als Mädchen fühlen
Genoaden sollten vor der Pupertät entfernt werden. (Was zum Teufel sind Genoaden fragte ich mich)
Und noch anderes Zeug wie, meine Eltern sollten sich keine Sorgen machen und anderes Blabla.
DAS war echt ein vorschlaghammermäßiger Schlag ins Gesicht.
War ich etwa ein Zwitter? War ich ein Junge? Was war ich zum Teufel? Ich dachte mein Kopf wüde jeden Moment platzen.
Ich saß im Badezimmer mit diesem Brief und wimmerte nur leise vor mich hin. Ich verstand die Welt nicht mehr.
Fortsetzung folgt.
interlife - 8. Feb, 23:23
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